CRAN-Rundbrief Nr. 76, Oktober 2019

Liebe CRAN-Freundinnen und -Freunde,

das Jahr geht schon wieder auf seine Zielgerade. Das Jahr aus CRAN-Sicht war auch davon geprägt, dass einiges zu Ende geht. Zunächst sind einige Vorhaben auch zu einem guten Ende gekommen, über die ich gerne hier berichten möchte.

Bau des Schleusentors am großen Staubecken

Das Reisprojekt in der Volta-Regi­on ist offiziell zum Ende gekommen, Ende September fand die offizielle Übergabe der Bewässerungsanlage an die künftigen Nutzerinnen statt. CRAN wird das Projekt aber weiter begleiten, um sicherzustellen, dass die neuen Arbeitsabläufe auch wirklich angewendet werden und die ge­wünschten wirtschaftlichen Erfolge durch die zweite Ernte pro Jahr auch eintreten.

Nach Ansicht aller Anwesenden bei der Übergabe ist dieses Projekt in einer Zeit umge­setzt worden, in der die meisten Kleinbauern im Bezirk unter den Auswirkungen des Kli­mawandels leiden:

Bei der Übergabe der Bewässerungsanlage


Für Odikro Torgbe Loh VI aus dem Traditionsgebiet Gbi-Wegbe mar­kiert die Inbetriebnahme des Kam­sio-Bewässerungsprojekt das Ende der Faulheit und Unterernährung unter den Reisbauern in seinem traditionellen Gebiet. Er schlug vor, dass die Bauern helfen sollten, die beiden Staubecken außer für den Reisanbau auch für die Fischzucht (Katzenfisch und Tilapia) zu nut­zen. Der Odikro forderte in seinen Schlussworten die Nachahmung solcher gut durchdachten Projekte im gesamten Bezirk und dankte den Spendern.

Torgbe Ebenezer Akubia, der Leiter („stool father“) des traditionellen Gbi-Gebietes, riet allen beteiligten Farmerinnen, die An­lage zu nutzen, um andere Hilfsorganisationen nach Hohoe zu locken und gleichzeitig ihren Familienunterhalt zu verbessern.

Sebastian bei der Unterweisung von Farmerin­nen


Reverend E. K. Soglo von der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche und ein Landver­pächter wiesen ebenfalls darauf hin, dass die Farmerinnen mehr Energie aufwenden müssten, um das Projekt angesichts der erfolgten Investitionen zu einem Erfolg zu ma­chen.

George Gyimah Asare, der städtische Landwirtschaftsdirektor, nannte den Bau der Anlage eine konzertierte Aktion, die das Projekt zu einem spannenden Projekt macht. Er versicherte weiter, dass sie vom Landwirtschaftsministerium (MoFA) die Farmerinnen weiterhin schulen wer­den, um weitere Verbesserungen des Pro­duktivitätsniveaus sicherzustellen. Er wie­derholte die Forderung des Odikro nach Nachahmung solch lobenswerter Projekte im ganzen Bezirk.

Die Farmerinnen unter der Leitung von Mr. Gabbi Komla Awume versicherten auch, dass die Anlage gut genutzt werde und dass sie bereit seien, die Kosten für das Wasser zu übernehmen so wie es das Wassermanagementteam vorschreiben würde.

Anträge zur Finanzierung eines Folgeprojekts sind bisher gescheitert, u.a. weil der Ab­schluss des ersten Projekts abgewartet werden musste.

Die Toilettenanlage der Anthony Community School, die im Nachgang zur Errichtung des Schulgebäudes noch mit den verbleibenden Mitteln gebaut werden sollte, ist jetzt (endlich) fertig.

Im letzten Rundbrief hatte ich bereits erwähnt, dass wir aufgrund einer Sonderspende zusätzliches Schulmaterial für die Anthony Community School anschaffen konnten. Die Übergabe war ein großes Ereignis.

Und wie jedes Jahr gab es auch diesmal das summer camp für die CESS-Kinder. In diesem Jahr konnte die Teilnahme für 125 Kinder ermöglicht werden, also auch für ca. 30 Kinder, die nicht unter die CESS-Förderung fallen. Manche der Kinder hätten nichts dage­gen, wenn das Lager auf zwei Wochen ausgedehnt würde. Weitere Kommentare und eini­ge Gruppenfotos finden sich im CRAN Ghana Newsletter August 2019, der auf unserer Hoempage zu finden ist.

Weitere Vorhaben, auch im Zusammenspiel mit der neuen Mitarbeiterin in Cape Coast, haben wir bewusst nicht in Angriff genommen. Vielmehr stand die Frage nach der Weiter­führung unseres Vereins und der Zusammenarbeit mit CRAN Ghana im Fokus:

Vom CRAN Freundeskreis zum Ghana Freundeskreis

Im letzten Rundbrief hatte ich angekündigt, dass auf unserer Mitgliederversammlung ei­nige wichtige Entscheidungen anstehen. Diese Entscheidungen sind jetzt einstimmig ge­troffen worden.

Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen in Ghana ist es für CRAN immer schwieri­ger geworden, die notwendigen Mittel für Entwicklungsprojekte zu gewinnen oder sich bei Projekten von anderen Partnern einzubringen. Dies hat auch immer wieder zu Schwierig­keiten bei der Bezahlung der Mitarbeiter geführt, was wir kritisch gesehen haben. Da wir in den Gesprächen mit CRAN keine Perspektive für die Zukunft aufgezeigt bekommen ha­ben, haben wir uns entschieden, die Unterstützung für CRAN einzustellen bzw. uns auch für andere Organisationen zu öffnen. Wir wollen weitermachen, da wir immer wieder aus Ghana die Rückmeldung erhalten haben, wie wichtig unsere Hilfe ist. Und wir haben der­zeit einen sehr stabilen Freundeskreis, mit dem wir etwas bewegen können. Dieses Fun­dament wollen wir nicht einfach aufgeben.

In dem Sinne der Öffnung haben wir unseren Verein in Ghana Freundeskreis umbe­nannt. Als Freundeskreis wollen wir weiterhin betonen, dass unsere Zusammenarbeit auf persönlichen und freundschaftlichen Beziehungen beruht, die unsere Stärke sind und auf die wir uns verlassen können.

Und diese haben wir weiterhin. Bei unserer letzten Reise haben wir uns mit einigen ehe­maligen Mitarbeitern getroffen, um konkret über eine künftige Zusammenarbeit zu bera­ten. In den letzten Monaten ist bereits eine neue Organisation Blue Horizon Aid (BHA) unter der Leitung von Benjamin Turkson entstanden, mit der wir ab Anfang 2020 zusam­menarbeiten wollen. Ben ist vormals Leiter von CRAN Microfinance gewesen und hat in­zwischen ein eigenes Microfinance-Unternehmen. Als weitere Mitarbeiter sind Teye Kodzi (langjähriger Mitarbeiter von CRAN für Projekte in Cape Coast und zeitweiliger CESS-Ko­ordinator) und Benedicta Afram (frühere CESS-Koordinatorin, die einige von Ihnen 2016 bei unserer „Deutschland-Tournee“ kennenlernen konnten) dabei. Beide waren für uns wichtige Ansprechpersonen für CESS und für alle weiteren Aktivitäten. Teye hatte zuletzt den Aufbau der Anthony Community School betreut. Ich freue mich persönlich, wieder mit einem sehr vertrauten Team zusammenarbeiten zu können, in dem alle davon ange­trieben sind, etwas gegen die Not der Menschen in ihrer Umgebung zu tun. Teye wird sich um Projekte kümmern, Benedicta ein neues CESS-Programm aufbauen. Blue Horizon Aid wird nicht bei anderen Projekten einsteigen, sondern wir wollen uns gemeinsam vor­rangig um die Umsetzung eigener Vorhaben kümmern.

Was passiert mir CESS? Diese Frage wird sicher einige von Ihnen bereits auf dem Her­zen liegen. Von unserer Seite aus zunächst nichts! Uns ist daran gelegen, dass die geför­derten Schulkinder nicht unter der Umstellung leiden. Wir möchten die bestehenden Pa­tenschaften unverändert fortführen. Neue Patenschaften werden aber künftig über BHA vermittelt. Das neue Patenschaftsprogramm wird ähnlich gestaltet sein, es wird aber die eine oder andere Veränderung geben. Hier werden wir alle Sponsoren auf dem Laufenden hal­ten. Das neue Patenschaftsprogramm wird auf deutscher Seite künftig von Katharina Wöhle betreut. Sie war 2013 das erste Mal in Ghana und kennt seit dieser Zeit auch Be­nedicta. Personell sind wir hier also sehr gut aufgestellt.

Mathias Rusert wird in den nächsten Monaten nach über 25 Jahren die Verantwortung für CESS abgeben. Wir sind dankbar, dass er über diese lange Zeit das Patenschaftspro­gramm mit viel Herz und Geduld betreut hat. Die Betreuung der bestehenden Paten­schaften wird dann Julia Eibach (unser Mitglied mit der längsten Aufenthaltszeit in Gha­na) übernehmen.

Die Neuausrichtung des Vereins wird von den Mitgliedern voll unterstützt und wir arbei­ten intensiv an der Umstellung des Vereins, um im nächsten Jahr neu starten zu können. Wir wünschen uns, dass Sie uns unverändert unterstützen können. Wir brauchen diese Unterstützung zum Gelingen des Neustarts und wir möchten weiterhin dafür sorgen, dass Ihre Spenden eine Hilfe für die Menschen in Ghana sein können. Wir sind dankbar für Ihre treue und große Unterstützung in all den Jahren mit CRAN!

Wenn Ihnen etwas unklar geblieben ist oder Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie mich gerne an, ebenso, wenn Sie uns einfach eine Rückmeldung zu dem Schritt geben wollen!

Im nächsten Rundbrief Anfang 2020 – dann die Nummer 1 unter dem neuen Vereinsna­men – möchte ich Ihnen dann u.A. das neue Team in Ghana und die ersten Vorhaben vorstellen, die wir gemeinsam in Angriff nehmen wollen.

Wir wünschen Ihnen ebenso guten Gelingen bei Ihren Vorhaben und in Ihrem Alltag!

Herzliche Grüße

Gerd Eibach (Vorstandsvorsitzender)
Wolfgang Wallhäuser (stv. Vorsitzender)
Jörg Ziegenhirt (Vorstand & Kassenverwalter)

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