Neu: CRAN über den Bildungsspender unterstützen

Jeder kann ab sofort OHNE Registrierung CRAN über Websuchen im Internet, Einkäufen, direkten Spenden und Charity-SMSen unterstützen. Wer sich als Nutzer bei Bildungsspender registriert, kann darüber hinaus alle Gutschriften einsehen, die er erlöst hat, evt. mal nicht erfasste Einkäufe reklamieren und sich eine persönliche Startseite mit Lieblingsshops und Lesezeichen anlegen.

Weitere Informationen gibt es hier: www.bildungsspender.de/cran

Weitere Information gibt es auch als Video.

CRAN-Rundbrief Nr. 64, Mai 2014

Rundbrief 64 05.14

Liebe CRAN-Freunde und -Freundinnen,

nach dem kurzen Winter können wir uns schon seit Wochen wieder am aufkommenden Grün und den weiteren Zeichen des Frühlings freuen. Eine Zeit des Wachstums und von Neuanfängen. Diese Stimmung nehme ich momentan auch aus Ghana wahr und darüber möchte ich in dem Brief ein wenig berichten. Es sind sicherlich nur einige Blitzlichter, aber sie machen mir immer wieder deutlich, wie wichtig unsere Unterstützung für die Menschen in Ghana ist.

Wir erleben in den letzten Monaten rege Aktivitäten im CESS-Programm. Die Unterstützung durch das STAR Ghana-Programm u.a. mit dem Einsatz einer zusätzlichen Mitarbeiterin bei CESS trägt Früchte:

So wird derzeit der Internetauftritt von CRAN Ghana verbessert und die Möglichkeit geschaffen, direkt online das Patenschaftsprogramm finanziell zu unterstützen. Damit können auf einfache Weise Spenden länderübergreifend eingeworben werden. CRAN hat große Hoffnungen, dass über diesen Weg die Zahl der unterstützten Kinder deutlich erhöht werden kann. Im ersten Schritt sind Förderprofile von 400 neuen Kindern eingesammelt worden. Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Begleitung von Kindern im CESS-Programm schwierig und sehr zeitraubend ist, wenn die Kinder über viele Dörfer verteilt leben. Daher wird jetzt bei der Auswahl von neuen Kindern versucht, lokale Schwerpunkte zu bilden, die u.a. auch eine bessere Elternarbeit ermöglichen.

CRAN hat das Anliegen, dass alle CESS-Kinder ihre Examen erfolgreich ablegen, damit ihre Ausbildung weitergeführt werden kann. Um dies zu erreichen, hat CRAN Anfang des Jahres Tutorien organisiert, die am Wochenende für alle CESS-Teilnehmer von Studenten der University of Cape Coast an der Abakam CRAN Presby Basic School durchgeführt wurden. Es wird gehofft, dass diese kleine Unterstützung die CESS-Schüler inspirieren wird, entschlossen zu sein und ein höheres Bildungsniveau zu erreichen.

Was CESS im Leben einzelner Kinder bewirken kann, zeigt beispielhaft die Lebensgeschichte von Felix Dzikunu, die wir vor kurzem aus Ghana erhalten haben. Seine Geschichte ist dem Rundbrief als Anlage beigefügt und es ist gut zu erfahren, wie aus ehemaligen CESS-Kinder nun CESS-Förderer werden.

Auch aus den anderen CRAN-Bereichen gibt es Neuigkeiten zu berichten:

CRAN hat Unterstützung bei der Finanzierung eines Wasserprojekts für die Menschen und Lehrer der CRAN Shama-Kedzi Methodisten-Schule erhalten. Das 20.000 Cedi-Projekt (ca. 5 TEUR) soll bis Ende April d.J. umgesetzt werden und umfasst die Bereitstellung eines zusätzlichen Brunnens (ein erster ist bereits in Betrieb) sowie die Befestigung von Regenrinnen an den Dächern aller Schulgebäude und Lehrer-Bungalows, die Regenwasser in den Brunnen leiten. Zementsockel mit darauf installierten Polytanks werden errichtet. Außerdem werden solarbetriebene Pumpmaschinen bereitgestellt, um das Wasser vom Brunnen in die Tanks und die daran befestigten Rohre zu pumpen, so dass das Wasser durch die Erdanziehung in die Rohre fließt. Das Projekt wird von Ghanaman Trust aus Accra finanziert. Die Dorfgemeinschaft wird sich bei der Durchführung einbringen: Sie wird den nötigen Sand zur Verfügung stellen, den Brunnen graben und bei sonstigen handwerklichen Arbeiten helfen. CRAN selbst führt die Aufsicht. CRAN ist dankbar für die Unterstützung von Ghanaman Trust, da dieses Projekt schon seit langer Zeit auf finanzielle Unterstützung gewartet hat.

Von der Schule in Abakam hatten wir in den letzten Monaten nichts gehört, die Situation blieb unbefriedigend. Dann erreichte uns die Nachricht, dass die beschädigten Dächer bei einem Regensturm komplett zerstört wurden. Dies hat aber zu Sofortmaßnahmen geführt: Von staatlicher Seite wurden 600 Dachschiefern, Holz und Nägel für neue Dächer mit der Aufforderung einer zügigen Instandsetzung bereitgestellt. Die Dorfgemeinschaft hat zugesagt, die Arbeitsleistung einzubringen. Damit kann die im letzten Jahr angedachte Renovierung der Schulgebäude tatsächlich erfolgen. CRAN setzt sich dafür ein, dass auch die notwendigen Instandsetzungsarbeiten an den Wänden vorgenommen werden. Wir können uns als Freundeskreis vorstellen, die restlichen Kosten zu übernehmen. Derzeit könnten wir bereits 5 T€ als Soforthilfe bereitstellen. Wenn der Betrag durch weitere Spenden erhöht würde, wäre dies prima! Der genaue Finanzbedarf wird momentan mit CRAN geklärt, da wir nur die alte Kostenschätzung aus dem Vorjahr kennen. Nach unserer Einschätzung würden 10 bis 15 T€ für alle drei Schulgebäude benötigt. Hier haben wir eine konkreteHilfsmöglichlichkeit für ein Dorf, mit dem wir als CRAN Freundeskreis von Anfang an verbunden sind und dessen Dorfschule schon vielen Kindern Zukunftschancen eröffnet hat.

CRAN Microfinance hat nach drei Jahren des Wartens eine provisorische Banklizenz von der Bank of Ghana erhalten. Sie hoffen nun, dass die endgültige Geschäftslizenz nicht auch so lange auf sich warten lässt. Damit hat CRAN die rechtliche Grundlage, auch weiterhin im Kleinkreditbereich tätig zu sein und ist von anderen Institutionen als „richtige“ Bank ernst zu nehmen.

Von den übrigen Projekten, insbesondere auch aus der Hohoe-Region, haben wir in der letzten Zeit wenig gehört. Die Aktivitäten im CESS-Bereich stehen momentan eindeutig im Vordergrund. Da das CESS-Programm uns als Freundeskreis auch besonders betrifft, sind wir als Vorstand gerade aktiv dabei, unsere Wünsche an das Programm immer wieder einzubringen und wir sind sehr gespannt, wie sich das Programm entwickelt. Nach heutigem Stand wird es im Herbst wieder einen Besuch in Ghana geben, wo wir vor Ort zahlreiche Themen klären wollen.

Frische Eindrücke von dieser Reise wird es dann sicher beim nächsten CRAN-Treffen geben. Von daher sind alle Interessierten herzlich zur diesjährigen Mitgliederversammlung am 25.10.2014 in Netphen-Eschenbach (Siegerland) eingeladen. Weitere Details werden wir rechtzeitig auf unserer Homepage bekanntgeben, die Mitglieder werden offiziell eingeladen. Da der nächste Rundbrief aber voraussichtlich erst Ende Oktober erscheinen wird, möchte ich an dieser Stelle insbesondere alle interessierten Nichtmitglieder bitten, sich den Termin vorzumerken und mich für nähere Informationen anzusprechen.

Für alle, die ausschließlich den Rundbrief lesen, hoffe ich, dass Ihnen die Blitzlichter wieder ein Stück Ghana vermitteln konnten, auch wenn es nur kleine Mosaiksteine gewesen sind und grüße Sie ganz herzlich im Namen des gesamten Vorstands,

Gerd Eibach

Nachtrag: Wichtige Information in Bezug auf Spenden / Bankdaten

Die Spendenbescheinigungen sind Ende März vollständig versendet worden. Sollte irgendjemand eine Bescheinigung vermissen, bitte bei mir melden!

Die Bescheinigungen konnten leider erst recht spät erstellt werden. Dies wollen wir im nächsten Jahr wieder verbessern. Um dies zu erreichen, brauchen wir auch Ihre Unterstützung:

Zur Erstellung der Bescheinigung müssen wir die Bankdaten von beiden Spendenkonten zusammenführen. Die Daten von der Sparkasse Aachen („unser altes Spendenkonto“) müssen dabei manuell übertragen werden. Dieses Konto wollen wir nun endlich Ende 2014 schließen, aber leider erfolgen immer noch zahlreiche Buchungen auf diesem Konto. Eine große Anzahl von Spendern haben wir daher beim Versand der Spendenbescheinigungen mit einem gesonderten Schreiben um eine Umstellung gebeten. Da aber auch noch weitere Einzelüberweisungen auf dem alten Konto eingehen, möchte ich hier noch einmal alle Spender bitten, künftig das Konto bei der KD-Bank zu nutzen:

IBAN: DE27 3506 0190 1014 4030 15

BIC: GENODED1DKD

Dies erspart uns Gebühren und Aufwand und stellt sicher, dass das Geld weiter ankommt. Vielen Dank für die Mithilfe und die Unterstützung von CRAN!

Und zu guter Letzt noch ein Fernsehtipp (der aber sicher nicht verloren wird) zum sommerlichen Highlight, das beide Länder bewegen wird:

21.06.2014 Deutschland gegen Ghana bei der Fussball-WM

Werden es beide Teams schaffen, die Gruppenphase zu überstehen??

Der neue CRAN-Buchhalter:

Ein ehemaliger CESS-Empfänger erzählt seine Geschichte

Felix Dzikunu wurde nach einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch im Dezember 2013 als Buchhalter bei CRAN angestellt. Felix ist ein ehemaliger Teilnehmer am CRAN Child Education Support Scheme (CESS). Heute berichtet er über die Bedeutung, die das CESS-Programm für sein Leben hatte.

Felix Dzikunu im CRAN Büro

Mein Name ist Felix Dzikunu. Ich besuchte die Cambridge Prepratory Grundschule in der Nähe von Cape Coast in der Central Region Ghanas. Leider starb mein Vater, als ich erst vier Jahre alt war, und meine Mutter, eine einfache Händlerin, musste sich alleine um mich und meine fünf Geschwister kümmern. Als “kleine” Händlerin verkauft meine Mutter Waren wie Garn/Zwirn zur Reparatur von Fischernetzen oder Klebemittel („cement paper“), so dass ihr Einkommen beklagenswert unausreichend war, um für meine Ausbildung und die Grundbedürfnisse meiner Geschwister zu sorgen. Obwohl sie fest entschlossen war, dass ich eine vernünftige Ausbildung erhalten sollte, hätte ich aufgrund fehlender finanzieller Mittel die Schule verlassen müssen, hätte meine Mutter nicht CRAN kennengelernt. Als ich 8 Jahre alt wurde und in der dritten Klasse der Grundschule war, hörte sie vom CRAN Programm in der Kirche von Abakam, wo CRAN neue Förderprofile einsammelte. Sie nutze die Gelegenheit, um eine Patenschaft für mich und meinen Bruder Daniel zu beantragen. Dank der Güte des Herrn wurde die Patenschaft für mich und meinen Bruder von einer Familie in Deutschland übernommen. Die Förderung beinhaltete das Schulgeld, einen Startzuschuss und die Kosten aller Lernmaterialien, die für die Schule notwendig waren.

Meiner Mutter war es sehr wichtig, dass ich eine Ausbildung bis zum höchsten Level bekam, da mein Bruder und ich die einzigen ihrer sechs Kinder waren, die zur Schule gingen. Obwohl sie selbst keine formale Ausbildung hatte, stellte sie sicher, dass wir nach der Schule unsere Hausaufgaben machten und regelmäßig und pünktlich zur Schule gingen. Wenngleich wir ihr beim Verkauf auf dem Markt am Wochenende halfen, war sie immer mehr besorgt, dass wir genügend Zeit zum Lernen hatten, so dass sie uns nie zu viele Arbeiten im Haushalt auftrug.

Ich trug meinen Teil dazu bei, in dem ich hart lernte und immer wenn ich mich faul fühlte, erinnerte ich mich an die Opfer meiner Mutter und an die Geber von CRAN, die in mich investiert hatten. Auch mein Traum, einer Tages Banker zu werden, motivierte mich, immer weiter und immer härter zu arbeiten. Durch Gottes Gnade war ich konstant unter den fünf Besten meiner Klasse. Ich spielte außerdem Fußball und Volleyball für die Schulmannschaft.

Nach der Junior High School legte ich 2005 erfolgreich meinen BECE (Basic Education Certificate Examination) – Abschluss ab und durfte somit ein Business-Programm an der

Aggrey Memorial A.M.E. Zion Senior High School besuchen.

Schon damals in der Junior High School interessierte ich mich für IT und so trat ich in der Senior High School dem IT-Club der Schule namens “Finkoma Computer Club” bei. Mit diesem Club nahm ich an einem IT-Wettbewerb teil. Dieser Wettbewerb wurde afrikaweit von Mtando Africa organisiert und stellte die Entwicklung einer Website über „sight and sounds of africa“ zur Aufgabe. Mein Team belegte den ersten Platz in Ghana und durfte dann an der Finalrunde in Ägypten teilnehmen, bei der wir durch Gottes Gnade den vierten Platz belegten. Obwohl ich gerne weiterhin im IT-Bereich gearbeitet hätte, begann ich ein Buchhaltungsstudium an der Takoradi Polytechnic, nachdem ich die Schule 2008 erfolgreich abgeschlossen hatte. Dieses Studium war bezahlbarer, da die Unterstützung von CESS nach dem ersten Jahr an der Universität enden würde. Mit Gottes Hilfe und durch die Unterstützung meiner Mutter und anderer Unterstützer war ich in der Lage meine tertiäre Ausbildung mit einem “Higher Nation” Diplom in Buchhaltung abzuschließen.

Ich bewarb mich bei CRAN, nachdem ich gehört hatte, dass es dort eine freie Stelle für einen Buchhalter gab und durch Gottes Gnade arbeite ich nun bei der Organisation, die mir im Leben so sehr geholfen hat. Ohne CRAN wüsste ich nicht, wo ich jetzt sein würde, also werde ich diese Gelegenheit nutzen, um noch einmal allen zu danken, dessen Ressourcen und harte Arbeit CRAN zu dem gemacht hat, was es heute ist. Ich habe mich außerdem dazu entschlossen, meinerseits ein Kind zu sponsern, nachdem ich durch die Hilfe von CRAN nun selbst in der Lage bin anderen zu helfen. Ich habe auch entschieden, Hand in Hand mit dem CESS-Koordinator zu arbeiten und alle Kinder im CESS-Programm zu motivieren, eine höhere Ausbildung anzustreben und sich von Armut zu befreien, indem ich ihnen meine Geschichte erzähle und sie an ihre Verantwortung hart zu lernen erinnere. Ich bete, dass der HERR weiterhin CRAN, seine Partner, seine Spender und alle seine Mitarbeiter segne.

Würdigung

CRAN hat Übergabe der Plakette an Ludgerim letzten Jahr sein 20jähriges Bestehen gefeiert. Ebenso lange besteht die Partnerschaft zwischen CRAN und dem deutschen Freundeskreis. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde deshalb auch daran gedacht und Ludger Wöhle durfte als anwesender Vertreter des Freundeskreises den Dank für die langjährige Unterstützung entgegen nehmen. Zu diesem Zwecke diente eine extra angefertigte Gedenktafel, die dann im November auf der jährlichen Mitgliederversammlung offiziell dem deutschen Vorstand übergebenLudger übergitb die Plakette an den Freundeskreis wurde. Der Dank gilt allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die zum Teil schon seit Beginn die Arbeit von CRAN mittragen. Hier die deutsche Übersetzung der Tafel:

Lieber CRAN Freundeskreis,
Die gesamte CRAN Ghana Familie bringt ihre tiefe Wertschätzung für eure jahrelange unablässige Unterstützung zum Ausdruck.
Ihr wart so gütig und großzügig. Ihr seid unsere Stärke, unsere Unterstützung und unsere Hoffnung gewesen.
Ihr seid unser Grundstein, unser Rückgrat, unser Anker und unsere Rettungsleine gewesen. Mit euch sind wir erfolgreich.
Die Bedeutung, die eure Unterstützung für die CRAN-Familie in Ghana und unsere Hilfeempfänger hat, geht über das Messbare hinaus. Wir sind froh euch als Familie zu haben.
Im Namen unserer Hilfeempfänger und der gesamte CRAN Ghana-Familie sagen wir: Vielen, vielen Dank. Möge der Herr euch fortwährend reich segnen. Wir lieben euch.

CRAN Ghana Familie und Management

  Die Plakette

CRAN-Rundbrief Nr. 63, Dezember 2013

Reisebericht 2013

CRAN Rundbrief Nr. 63

Liebe CRAN-Freunde und -Freundinnen,

wenn ich jetzt in der Adventszeit den Rundbrief schreibe, passt dies für mich gut zusammen: Die Adventszeit können wir als Zeit der Vorfreude, als Zeit der Hoffnung auf Erlösung und Gerechtigkeit erleben. Und Freude und Hoffnung kommt auch immer wieder in der Arbeit von CRAN zum Vorschein. Zwar kann ich derzeit wenig Neues berichten. Scheinbar hat sich in den letzten Monaten wenig getan. Aber vielleicht muss man genauer hinsehen:

Das CESS-Programm ist weiter gelaufen. Damit konnten wir zusammen ca. 80 Kinder unterstützen, die durch den Schulbesuch eine bessere Grundlage für ihre Zukunft erhalten. Durch die Unterstützung durch STAR-Ghana, ein internationales Entwicklungshilfeprogramm für Ghana, hat CRAN momentan eine zusätzliche Mitarbeiterin, die sich engagiert einbringt und für Verbesserungen bei CESS sorgen kann, da sie sich ausschließlich um diesen Bereich der Arbeit kümmert.

Durch unsere Spenden konnten wir die Gehaltszahlungen oder -aufstockungen für einige CRAN-Mitarbeiter und Lehrkräfte sicherstellen, die nicht oder nicht ausreichend von anderen Stellen bezahlt werden. Damit wird der Schulbetrieb an einigen Orten garantiert bzw. sind Mitarbeiter vorhanden, die sich um neue Projekte und den laufenden Betrieb kümmern können.

In der Schule in Abakam hat sich in diesem Jahr an den baulichen Mängeln leider nicht viel geändert. Zwar wurden die Dächer notdürftig repariert, aber grundlegende Maßnahmen konnten nicht durchgeführt werden. Für CRAN ist entscheidend, dass die Dorfgemeinschaft sich stärker einbringt und beharrlich auf die verantwortlichen Stellen einwirkt, um Hilfe zu erreichen. Wir haben inzwischen erste Rücklagen, um hier etwas Abhilfe zu schaffen, aber wir werden die Mittel nur in enger Abstimmung mit CRAN für diesen Zweck freigeben.

CRAN hat aufgrund unseres Kredits das neue Büro so weit fertigstellen können, das Mitte Oktober der Umzug in das neue Büro erfolgen konnte. Die offizielle Einweihung fand bereits im September mit deutschen Gästen statt (siehe Bild im Anhang). Damit haben sich sowohl die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter deutlich verbessert als auch das Erscheinungsbild von CRAN. CRAN kann mit einem eigenen Sitz deutlicher als etablierter Partner für Entwicklungsprojekte wahrgenommen werden. Zusätzlich entfallen jetzt die Mietkosten für die bisherigen Büroräume.

In einer Mail aus Ghana heißt es (übersetzt):

„Das Gefühl im neuen Büro ist einfach wunderbar. Die Mitarbeiter sind sehr begeistert und die Moral ist gestiegen. Jeder ist einfach glücklich. Mir ist gar nicht bewusst gewesen, dass ein neues Gebäude so viel Einfluss auf uns haben könnte, aber es ist so.“

Auch wenn die Zusammenarbeit manchmal etwas holprig und von kulturellen Eigenarten geprägt ist, erleben wir immer wieder die Herzlichkeit in der Zusammenarbeit. Dies erleben besonders alle, die die Gelegenheit zu einer Reise nach Ghana nutzen. Im September reiste Ludger Wöhle mit seiner Tochter Katharina erstmalig nach Ghana. Daher ist natürlich ein Reisebericht als Anlage beigefügt. Der Bericht kann insbesondere neuen Interessierten einen guten ersten Einblick in die Arbeit von CRAN geben, von daher kann er gerne auch als CRAN-Werbung weitergegeben werden!

Während des Aufenthalts fand auch die 20-Jahr-Feier von CRAN statt. Diese Terminwahl drückt die besondere Wertschätzung unserer Beziehung aus und wurde auch in weiteren Gesten immer wieder zum Ausdruck gebracht. Als sichtbares Zeichen für uns alle wurde eine Dankestafel erstellt, die Ludger Wöhle mitgebracht und offiziell bei der Mitgliederversammlung im November stellvertretend an den Vorstand übergeben hat.

Dieses Danksagung möchte ich hier an alle weitergeben, egal seit wann und in welchem Maße das Anliegen von CRAN mitgetragen wird. DANKE an alle aus Ghana!

Wir haben in den letzten Jahren wenig neue Projekte erlebt. Dies hängt immer mit der Frage der Finanzierung zusammen. So reichen unsere Spendenmittel nicht aus, um neue Projekte zu starten. Gleichzeitig stellen die internationalen Institutionen, die Entwicklungsprojekte finanzieren, insgesamt weniger Mittel für soziale oder Bildungsprojekte zur Verfügung. Einkommenssteigernde Projekte und damit verbundene Kleinkreditprogramme stehen eher im Fokus. Daher ist unsere Unterstützung für soziale Projekte unverändert nötig. Wir erleben aber auch immer wieder, dass CRAN viel Zeit und Energie darauf verwenden muss, um das Kleinkreditgeschäft wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben. Ebenso muss CRAN sich um die Durchführung von staatlichen oder internationalen Entwicklungsprojekten bewerben, damit die jetzigen Mitarbeiter weiterbeschäftigt werden können. So können wir dankbar sein, dass CRAN auch in diesem Jahr in allem bewahrt geblieben ist und weiter vor Ort wirken kann.

Ich bin gespannt, wie es mit CRAN in den nächsten Jahren weitergehen wird und in welcher Form wir dann das 25jährige Jubiläum feiern können. Aber vor allem wünsche ich mir, dass CRAN weiterhin als Hoffnungsträgerin unterwegs sein kann – gerade mit dem Blick auf Weihnachten. In einem Bibelvers für die Adventszeit heißt es „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer“ (Sacharja Kapitel 9, Vers 9) – und so wünsche ich uns allen, dass wir selbst Hilfe und Gerechtigkeit erleben und gleichzeitig immer wieder weitergeben können:

Fröhliche Weihnachten! (und viel Freude beim Lesen des Reiseberichts)

Herzliche Grüße im Namen des gesamten Vorstands,
Gerd Eibach

Zuletzt noch eine Ankündigung zum Jahresende: Die Spendenbescheinigungen werden im Februar/März wie gewohnt verschickt. Allerdings werden wir für kleine Einmalspenden künftig keine Spendenbescheinigung mehr automatisch erstellen, da für Spenden bis 200 Euro für die Steuererklärung der Bankbeleg bereits ausreichend ist. Wo mehrere Überweisungen erfolgt sind, z.B. die monatlichen Überweisungen für CESS-Patenschaften, werden die Spendenbescheinigungen unverändert zugesendet.

 

Reisebericht Ghana 2013 (von Ludger Wöhle)

Derjenige, der – so wie ich – noch nie in Afrika war, erwartet von seinem Besuch in Ghana meist folgendes bunte Gemisch aus Vorurteilen: anderes Klima, viele in Slums lebende Menschen, kaum Infrastruktur (Gebäude, Straßen), krankmachendes Essen, fehlende Sauberkeit, … Im Rückblick kann ich sagen: einiges bewahrheitet sich, anderes ist überraschend anders, nämlich total normal. Mit den relativ „kühlen“ Temperaturen zwischen 23°C (nachts) und 30°C (tagsüber) konnte ich mich abfinden, nicht aber mit der hohen Luftfeuchtigkeit (gefühlte 99,9%). Die Städte bestehen genauso aus vielen Häusern und vielen Autos, die sich gerne stauen, wie bei uns; auch in Ghana gibt es „schöne“ und weniger schöne Stadtteile; Sauberkeit hat einen anderen Stellenwert als bei uns. Vor allem aber gibt es viele normale Menschen, die sich genauso nach Glück und gelingendem Leben sehnen wie bei uns und dabei auch hier und da scheitern; es gibt Lachen und Weinen, Feiern und Traurigkeit; die Kinder lachen und spielen, wollen etwas lernen; was noch auffällt: der (christliche) Glaube wird intensiver gelebt.

Warum bin ich überhaupt ausgerechnet nach Ghana gereist? Vor ziemlich genau 20 Jahren wurde in Ghana die Hilfsorganisation CRAN (Christian Rural Aid Network) gegründet; der Gründer, Patrick Agbensinyale, hat dann zusammen mit alten Studentenfreunden um Hans Wallhäuser im Juni 1993 in Dortmund den Unterstützungsverein „CRAN Freundeskreis e.V.“ (CRAN-FK) aus der Taufe gehoben. Seit diesem Gründungstreffen bin ich als Mitglied vom CRAN-FK fasziniert davon, wie mit geringen Mitteln durch Motivation und Gottes Zutun vielen Menschen geholfen werden kann. Das beste Beispiel war das erste Projektdorf Abakam, in dem zunächst der Kindergarten und dann die „Grundschule“ aufgebaut wurden. In diesem Zeitraum von 20 Jahren haben unzählige Kinder es geschafft, mit der erhaltenen Bildung (und wenn es nur das Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen sowie die englische Sprache bedeutete) eine bessere Zukunft zu erhalten als ohne CRAN. Dieses „Leuchtturmprojekt“ von CRAN begleitet mich, und seit 20 Jahren träumte ich davon, Abakam mal zu besuchen. In diesem Jahr wurde der Traum dann endlich real, so dass ich mit meiner Tochter Katharina die 16tägige Reise im September 2013 antreten konnte.

Das Programm wurde von unseren Gastgebern gut durchgeplant, so gut, dass manchmal die Zeit zum Verarbeiten der vielen Eindrücke fehlte: Neben den Besuchen von aktuellen CRAN-Projektorten standen auch die Teilnahme an der 20-Jahr-Feier und der Einweihung des neuen CRAN-Office auf dem Programm. Und es gab auch Möglichkeiten, die eindrucksvolle Natur und Geschichte von Ghana kennen zu lernen.

Fangen wir mit letzterem an: Neben einer wunderschönen Sandstrand-Küste hat Ghana mit dem Kakum-Canopy-Walkway (ein ca. 400m langer Steg in ca. 30m Höhe direkt im Regenwald) und den Wli-Wasserfällen in der Volta-Region einiges an Naturschauspielen gerade für Europäer zu bieten. Hinzu kommen noch örtliche Feste und Besonderheiten. Allerdings werden diese reizvollen Ziele (noch) nicht in der für uns gewohnten touristischen Art und Weise aufbereitet, so dass immer auch ein Hauch von Abenteuer mit diesen Besuchen mitschwingt. Eine gewisse Ausnahme ist der Besuch von Cape Coast Castle, einer über 500 Jahre alten „Sklavenburg“: Hier wurden viele Afrikaner unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen gehalten, bevor sie nach Europa und Amerika verschifft wurden.

Dazu war es eine glückliche (evtl. sogar geplante) Fügung, dass unser Besuch in Ghana in die Zeit fiel, in der auch die mehrtägige 20-Jahr-Feier und die Einweihung des neuen Office geplant waren. Die 20 Jahr-Feier begann mit einer größeren Sachspende für ein in der Nähe von Elmina gelegenes Waisenhaus. Weitere Programmpunkte: Aussprache zwischen Management und Mitarbeitern, gemeinsame Gottesdienste, gemeinsame Mahlzeiten, musikalische Elemente und natürlich etliche Reden. Besonders eindrucksvoll waren die Danksagungen von Jugendlichen, die dank CRAN ihre Schulbildung erhalten hatten, und von den Chiefs einiger Dörfer.

Auch heute noch werden viele Kinder unterstützt, nun aber mehr individuell über das sogenannte CESS (Child Education Support Scheme): diejenigen, die sich die Kosten für die Schulbildung nicht leisten können, bekommen darüber einen finanziellen Beitrag von Sponsoren. Hier konnte CRAN-FK glücklicherweise etliche ghanaische Kinder mit deutschen Sponsoren zusammen bringen. Leider gibt es aber nicht annähernd so viele Sponsoren wie bedürftige Kinder!

Eine individuelle Förderung lässt CRAN Ghana aber nicht nur den bedürftigen Kindern mittels CESS zukommen; auch Erwachsene können sich Ihre Geschäftsidee fördern lassen – über einen Klein-Kredit. Mit diesem Klein-Kredit erhält man die Chance, eine Anschubfinanzierung für ein selbstständiges Einkommen zu erhalten, aus dem man dann nach und nach den Klein-Kredit wieder zurückzahlen kann. Dieses bei CRAN Ghana „Microfinance“ genannte Programm ist gerade für die ländliche Bevölkerung wichtig, weil:

  • normale Banken weit entfernt sind  CRAN kommt zu den Menschen in die Dörfer
  • ein Kredit normalerweise nur bei vorhandenen Sicherheiten gewährt wird  CRAN vergibt nur kleine Kredite und kann daher auf Sicherheiten verzichten
  • anderen Kreditgebern nur die Rückzahlung wichtig ist  CRAN schult die Menschen, bietet eine Versicherung, fördert die Gruppenverantwortung und hilft den Menschen in Notfällen

Insgesamt haben wir auch hier die christliche Grundeinstellung der CRAN-Mitarbeiter als wohltuende Ergänzung zum guten sozialen Gedanken erlebt!

Auch hier kann man in Deutschland die ghanaische Arbeit unterstützen: durch die Übernahme eines Teils dieser Klein-Kredite über die Internetplattform KIVA (www.kiva.org). Hier kann jeder einen gewissen Geldbetrag einzelnen Kreditnehmern zuweisen. KIVA sorgt dafür, dass Partnerorganisationen wie z.B. CRAN Ghana dieses Geld zu den Kreditnehmern bringen und auch die Rückzahlungen einsammeln. Der Vorteil für die Partnerorganisationen ist es, diese Kreditgelder nicht mit hohen Zinsen bei normalen Banken leihen zu müssen.

Der Geber erhält innerhalb des angegebenen Zeitraumes (meist 6-8 Monate) sein Geld – allerdings ohne Zinsen – zurück auf sein KIVA-Konto und kann dann entscheiden, ob er es einem weiteren Kreditnehmer zur Verfügung stellt oder wieder abhebt. Wer interessiert ist, kann sich gerne bei mir melden, ich helfe dann bei der Einrichtung und Abwicklung; ein netter Nebenaspekt ist es, dass bei Neuanmeldungen durch Einladung bestehender Mitglieder noch zusätzliche Spendengelder – sowohl für den Einladenden als auch für den Eingeladenen – von anderen Sponsoren zur Verfügung gestellt werden.

Und schließlich war dann auch der Besuch im Projektort Abakam angesagt: Es war ein ganz besonderes Gefühl, endlich in das Dorf zu fahren, das mich seit 20 Jahren mit CRAN verbindet. Nach etlichen Kurven sind dann die Schule und den Kindergarten zu sehen, die seither unzählige Kinder besucht haben. Und so froh ich war, endlich dort zu sein, umso trauriger machte mich der Anblick der Gebäude, die nach 20 Jahren in diesem Klima (nicht zu vergessen die heftigen Unwetter) stark renovierungsbedürftig sind. Engagierte Lehrer und motivierte Kinder haben das nicht verdient!

Es gäbe noch so vieles mehr zu erzählen: vom Reisanbauprojekt, der Regenwalderhaltung, der Bildungsvermittlung über eine eigene Radiostation usw., aber hier verweise ich gerne auf die Homepage (www.cran.org). Meine Schlussbemerkungen reserviere ich lieber für das Beste in Ghana: die Begegnung mit den Menschen dort, vor allem die Begegnungen mit denen der CRAN-Familie. Wir wurden mit einer wunderbaren Gastfreundschaft bei den Agbesinyales aufgenommen und fühlten uns dabei wie Familienmitglieder! Wir konnten uns mit vielen CRAN-Mitarbeitern nicht nur über deren Arbeit, sondern über Gott und die Welt (und natürlich die schönste Nebensache der Welt: Fußball ;-)) unterhalten und deren Engagement erleben!

Und so kann ich nur dankbar zurückblicken und sagen: Wir wurden mit viel Vertrauen in eine uns bislang fremde, aber beeindruckende und bereichernde andere Welt hineingeführt. Danke Herr, und segne Ghana und die Arbeit von CRAN!

Ludger Wöhle

CRAN-Rundbrief Nr. 62, Juni 2013

Rundbrief 62 Juni 2013

Liebe CRAN-Freunde,

in Psalm 147 heißt es „Singt dem Herrn ein Danklied und lobt unsern Gott mit Harfen, der den Himmel mit Wolken bedeckt und Regen gibt auf Erden; der Gras auf den Bergen wachsen lässt, der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die zu ihm rufen.“

Die letzten Wochen haben andere Nachrichten gebracht: Zuviel Regen, zuviel des Guten. Da unterbleibt das Danken, die Sorgen und das Klagen stehen im Vordergrund. Aber dennoch: Wenn viele anpacken und dem anderen geholfen wird, kommt wieder ein Stück Hoffnung auf und es geht mit neuem Mut weiter. Und es zeigt sich, wie gut die Hilfe in unserem Land organisiert ist und unser Land auch solche Katastrophen meistern kann. Dafür können wir einfach nur dankbar sein.

Wenn ich die letzten Nachrichten von CRAN aus Ghana lese, sind die Gedanken ähnlich. Bevor ich über die aktuellen Anliegen mit manchen Sorgen und Nöten berichte, möchte ich (übersetzt) Auszüge aus einem Brief voranstellen, den ich vor kurzem vom CRAN-Board erhalten habe. Das CRAN-Board besteht aus einer Reihe von Menschen, die mit Leidenschaft und Fachwissen aus unterschiedlichen Bereichen die Arbeit von CRAN zum Teil schon seit Beginn ehrenamtlich mitgetragen haben:

„Der Aufsichtsrat von CRAN Ghana möchte seine Wertschätzung und tiefe Dankbarkeit gegenüber dem ganzen Team des CRAN Freundeskreises und den dazugehörigen Spendern für die Unterstützung von CRAN in den ganzen zwanzig Jahren zum Ausdruck bringen. Wir schätzen allen Einsatz für unser Überleben seit der Gründung von CRAN in 1993. Sie waren unser Rückgrat, ohne das wir niemals den heutigen Zustand hätten erreichen können. Alles was wir sagen wollen ist, dass Gott Sie für Ihre verdienstvollen Anstrengungen reich segne und der Himmel sich Ihrer und Ihrer Nachkommen erinnern möge. …

Wenn wir zwanzig Jahre CRAN feiern, beten wir darum, dass Sie auch weiterhin ein Stützpfeiler von CRAN bleiben.“

So können wir dankbar für zwanzig Jahre CRAN sein. Es lässt sich schwer ausrechnen, wie viele Kinder ohne CRAN keine Schulbildung erhalten hätte und wie dann deren Lebenslauf ausgesehen hätte. Wie viele Menschen haben über CRAN eine Ausbildung oder einen Kredit erhalten und dadurch ihre Lebensverhältnisse verbessern können? Manchen CRAN-Gebäuden sieht man das Alter an, manches läuft nicht rund und manche gute Idee hat inzwischen schon wieder ausgedient. Manches hätte vielleicht auch besser laufen können. Aber durch den Einsatz von vielen in Ghana und Deutschland konnte etwas verändert, etwas verbessert werden. So gebe ich gerne den Dank aus Ghana an alle weiter!

Zu den angedachten Feierlichkeiten in Cape Coast zum 20jährigen Bestehen von CRAN liegen uns weiterhin noch keine Details vor. Es soll aber noch in diesem Jahr gefeiert werden. Wir werden uns überraschen lassen! Ggf. werden in dem Zusammenhang die Arbeiten am neuen Bürogebäude abgewartet, um die Einweihung gemeinsam zu feiern. Die Fertigstellung schreitet voran, leider etwas langsamer als geplant. Der Einbau der Sicherheitsanlagen benötigt mehr Zeit, dadurch verzögern sich andere Arbeiten. Die Fertigstellung wird daher frühestens im Herbst erfolgen. Genaueres hoffen wir in Kürze zu erfahren, um die Kreditgeber auch auf dem Laufenden halten zu können.

Dass CRAN in die Jahre gekommen ist, wird momentan auch an einer anderen Stelle sichtbar. Das Board of Directors – der Aufsichtsrat von CRAN – steht derzeit vor einem großen Umbruch. Sechs Mitglieder, die weitgehend seit Beginn CRAN mit Leidenschaft und großem fachlichen Wissen begleitet haben und die wir zum Teil noch von ihren Studienaufenthalten in Deutschland kennen, werden ausscheiden, so dass neben Patrick Agbesinyale, der als leitender Direktor von CRAN dem Gremium angehört, nur noch zwei der bisherigen Mitglieder verbleiben. Vier neue Mitglieder sollen berufen werden. Wir sind dankbar für die jahrelange ehrenamtliche Unterstützung der ausscheidenden Mitglieder und wünschen uns, dass die vertrauensvolle und herzliche Zusammenarbeit auch in der neuen Zusammensetzung weiter fortgeführt werden kann.

Im CRAN-Alltag stehen für uns unverändert zwei Themen im Vordergrund:

Die Regenzeit hinterlässt auch in Ghana Spuren. Durch einen Regensturm sind die Dächer der Schule in Abakam weiter beschädigt worden, so dass der Regen inzwischen entscheidet, in welchen Klassenräumen Unterricht stattfinden kann oder nicht. CRAN hat sich intensiv vor Ort um Abhilfe bemüht. Aber alle Gespräche mit den örtlichen Stellen (Kontakt zu den Gemeindebehörden, zum Parlamentsmitglied und zu lokalen Spendern) sind ergebnislos verlaufen. Es wird weiterhin versucht, die benötigten Mittel aufzutreiben. Wir haben im Vorstand über eine Soforthilfe beraten, um ggf. die größten Schäden provisorisch beheben zu lassen. Da nach Rücksprache mit CRAN dies aber keine wirkliche Abhilfe schafft, werden wir weiter Spenden ansammeln, um dann ggf. Gebäudeblock für Gebäudeblock zu renovieren. Bis dahin bleibt die Lage recht trostlos.

Bei CESS gibt es momentan ein Wechselbad der Gefühle. Die Jahresberichte sind bisher leider nur zum Teil eingetroffen. Die erste Lieferung konnte bereits an die Paten weitergeleitet werden, die zweite Lieferung wird derzeit zugeordnet und in Kürze versendet. Die noch fehlenden Berichte werden mit Nachdruck angefordert, seitens des Vorstands sind wir hier permanent unterwegs. Die Gründe sind auf die Distanz nicht so recht erkennbar. Ein Grund mag die parallele Arbeit an der Vorbereitung eines Projekts zur nachhaltigen Verbesserung von CESS sein. STAR-Ghana, eine von mehreren internationalen Entwicklungshilfestellen unterstützte ghanaische Organisation (www.starghana.org), die u.a. Bürgerorganisationen stärken will, hat auch ein Programm zur Erhöhung der Nachhaltigkeit der Aktivitäten von Organisationen aufgelegt. CRAN hat sich beworben und wird jetzt in den nächsten zwei Jahren Mittel erhalten, um CESS neu auszurichten. STAR-Ghana finanziert dabei nicht CESS, sondern diesen Veränderungsprozess, der dazu beitragen soll, CESS besser zu bewältigen.

Ebenso hat vor kurzem ein erstes regionales Treffen in Cape Coast zwischen CRAN-Mitarbeitern, CESS-Kindern und Eltern von CESS-Kindern stattgefunden. 24 CESS-Kinder haben teilgenommen, insgesamt 56 Personen. Das Treffen hat insbesondere zu einem besseren Verständnis für das CESS-Programm und dessen Ablauf bei den Kindern und Eltern beigetragen. Auch die Rolle der Eltern als Förderer ihrer Kinder wurde betont. Die Eltern sollen die Kinder unterstützen und sie nicht durch übermäßige Hausarbeiten vom Lernen abhalten, wozu auch z.B. der Verkauf von Waren auf dem Markt gehört, um zum Familieneinkommen beizutragen. CRAN möchte so erreichen, dass die Kinder auch tatsächlich einen Schulabschluss erlangen können. Seitens der Eltern kam eine hohe Dankbarkeit für die Möglichkeiten durch CESS zur Sprache und es wurde sich gegenseitig ermutigt, die Kinder in ihrer Ausbildung zu unterstützen. Gleichzeitig kamen aber auch Probleme zur Sprache. Können Kinder auch anderweitig gefördert werden, wenn es nicht für einen höheren Abschluss reicht und eine ordentliche handwerkliche Ausbildung benötigt wird? Wie wird damit umgegangen, wenn für die Schulausbildung keine geeignete Schule im Ort vorhanden ist und der lange Schulweg in einen anderen Ort ein Hindernis darstellt? Ist dann der Besuch von Privatschulen zulässig, die höhere Kosten verursachen?

Wir gehen davon aus, dass diese Treffen eine Fortsetzung finden und dazu beitragen können, dass ein engeres Miteinander zwischen CRAN und den CESS-Kindern entsteht und die Kinder in ihrer Ausbildung begleitet und unterstützt werden können.

Und nun noch zwei wichtige Vorankündigungen:

Der nächste Rundbrief wird wieder persönliche Eindrücke und Informationen aus erster Hand beinhalten. Zwei Menschen aus dem Freundeskreis werden im September bei CRAN zu Gast sein und die Möglichkeit haben, auch von den anderen Arbeitsgebieten von CRAN, die uns im Vorstand weniger beschäftigen und seltener in Mails etc. zur Sprache kommen, zu hören und zu sehen.

Inzwischen stehen auch die wesentlichen Details für das jährliche CRAN-Treffen fest:

Das Treffen findet statt am

19. Oktober 2013 ab 10 Uhr (bis ca. 17 Uhr)

bei der Evangelischen Kirchengemeinde
in Neunkirchen-Salchendorf (Siegerland / Südwestfalen)

Kölner Str. 323, 57290 Neunkirchen (beim Navi Friedensweg 9 einzugeben)

Am Vormittag wird es nach einer kurzen Einführung zu CRAN einen ausführlichen Reisebericht geben, zu dem auch Interessierte aus der gastgebenden Kirchengemeinde eingeladen werden. Nach der Mittagspause (ca. ab 13 Uhr) wird das Treffen mit der offiziellen Mitgliederversammlung fortgesetzt. Neben den formellen Teilen einer Mitgliederversammlung werden wir die Zeit auch nutzen, um die aktuellen Themen wie Abakam, CESS etc. gemeinsam zu diskutieren, und Fragen, die sich aus den Reiseeindrücken ergeben haben, aufzugreifen.

Die offiziellen Vereinsmitglieder werden noch eine formelle Einladung mit der genauen Tagesordnung der Mitgliederversammlung erhalten. Wir würden uns freuen, wenn der eine oder andere aus dem Freundeskreis diese Gelegenheit zum Informieren und zur Begegnung wahrnehmen möchte. Auch die Mitgliederversammlung ist offen für alle Interessierte. Eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich (also auch spontanes Vorbeikommen möglich), zur besseren Planung der Verpflegung aber auf jeden Fall hilfreich.

Bis dahin wünsche ich allen einen schönen gesegneten Sommer mit Regen in der richtigen Menge!

Herzliche Grüße im Namen des gesamten Vorstands,
Gerd Eibach

CRAN-Rundbrief Nr. 61, Februar 2013

Rundbrief 61 02.13

Liebe CRAN-Freunde,

seit dem letzten Rundbrief ist schon wieder viel Zeit vergangen. Trotz der langen „Funkstille“ ist einiges in den letzten Monaten passiert und so hoffe ich, dass der Brief wieder sowohl etwas vom Leben in Ghana und den Tätigkeiten von CRAN als auch von den aktuellen Aktivitäten im CRAN Freundeskreis übermitteln kann.

Ghana ist ab und zu in den Schlagzeilen – sei es zur Präsidentenwahl im Dezember oder beim African Cup of Nations, der kontinentalen Fussballmeisterschaft. Ist es gut, wenn man nur selten in die Schlagzeilen gerät?

Ghana hat in den letzten Monaten wieder gezeigt, dass das Land eine gute demokratische Tradition hat. Sowohl nach dem Tod des Präsidenten Atta Mills, dem dann verfassungsgemäß John Dramani Mahama folgte, als auch nach dessen Wiederwahl im Dezember war Ghana nur kurz in den Schlagzeilen. Der unerwartete Wechsel im Juli lief völlig ruhig ab, bei der Wahl im Dezember gab es eine Wahlbeteiligung von über 80 Prozent und die Proteste aufgrund von Vorwürfen der Wahlmanipulation haben sich schnell von der Straße an die zuständigen Gerichte verlagert. Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs sind aber noch nicht gefallen.
Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, dem kann ich folgende Webseite empfehlen: http://www.africanelections.org/ghana/news.php
Ein Beispiel für das Echo in den deutschen Medien findet sich in den Anlagen dieses Rundbriefs und zwar die Internetberichterstattung der ARD mit jeweils einem Artikel.

 

CRAN wird in diesem Jahr ein wenig feiern. Die Überlegungen zum 20jährigen Jubiläum haben begonnen, Details haben wir noch nicht erfahren. Die Verantwortlichen aus der Voltaregion haben die Gelegenheit bereits genutzt, einige Erfolgsgeschichten oder vielleicht auch nur Projektberichte aus den letzten Jahren zusammenzustellen. Aufgrund der Länge des Berichts folgt gleich nur ein Beispiel, der vollständige Bericht ist bereits auf unserer Homepage zu finden. Wer den ganzen Bericht lesen möchte, aber keine Möglichkeit zum Internetzugriff hat, kann gerne den Bericht bei mir abfordern.

Im Rahmen des Projekts zum Erhalt des gemeindlichen Waldbestandes (AACFCP) stellte CRAN der Amenuveve-Händlergemeinschaft Mikrokredite in Gesamthöhe von rund 9.000 GH₵ (ca. 3.500 €) zur Verfügung. Der Gemeinschaft gehören etwa sechs Frauen und zwei Männer an, die als Kleinhändlerinnen und -händler in Gbledi Chebi nahe des Afadjato Bergs in der Gemeinde Hohoe arbeiten. Ziel des Projekts war es, alternative Einkommensquellen für die Gemeinde zu erschließen, damit diese nicht auf den Abbau des Waldbestandes zurückgreifen muss. Etwa zehn Gruppen wurden unterstützt, und die Amenuveve-Händlergemeinschaft stach positiv heraus: Sie konnte eine 100-prozentige Rückzahlquote für alle Kredite vorweisen, die sie in Anspruch genommen hatte (etwa vier Kreditzyklen à sechs Monaten).

Besonders hervorzuheben ist Victoria Sumily, die Leiterin der Gruppe. Sie ist 27 Jahre alt und Mutter von drei Kindern. Vor etwa fünf Jahren schloss sie die Senior High School ab. Da ihr die finanzielle Unterstützung fehlte, konnte sie ihre Ausbildung nicht fortsetzen, obwohl sie exzellente Leistungen erbrachte. Als dann der Vater der Kinder sie verließ, um nach Accra zu gehen, entschied sie sich dazu, als Händlerin zu arbeiten, um ihre Kinder versorgen zu können. Sie schloss sich CRAN’s AACFCP-Projekt an und wurde aufgrund ihres großen Engagements und ihres inspirierenden Wesens von den Mitgliedern ihrer Gruppe als Vorsitzende gewählt. Mithilfe der Darlehen, die sie erhielt, konnte sie die Utensilien für ihr Palmölgeschäft erwerben, und durch das Geschäft konnte sie schließlich ein Stück Land kaufen und hat mit dem Bau eines Gebäudes beginnen. Als ob das nicht genug wäre, besuchte sie zudem noch eine Schule zur Ausbildung als Lehrerin.

Im letzten Rundbrief habe ich über das neue Bürogebäude für CRAN und die aufgrund der fehlenden Eigenmittel ins Stocken geratene Renovierung berichtet. Im Vorstand und auf unserer Mitgliederversammlung haben wir sehr intensiv diskutiert, ob und wie wir hier helfen können. Inzwischen haben wir private Darlehensgeber gewinnen können, die eine ausreichenden Darlehenssumme zur Verfügung gestellt haben, so dass CRAN in den nächsten Monaten die Arbeiten fortsetzen kann. Ein Umzug im Sommer wird möglich sein. Unsere Geschwister in Ghana sind sehr dankbar für diese Unterstützung.

Das zweite Anliegen, das wir momentan intensiv begleiten, ist die Schule in Abakam (siehe auch letzter Rundbrief). Die Schule hat weiter unter den Regenfällen im letzten Jahr gelitten und bisher konnte aufgrund fehlender Mittel keine Abhilfe geschaffen werden. Es laufen intensive Bemühungen, um bis zur nächsten Regenzeit eine Verbesserung zu ermöglichen.

Seitens CRAN sind ein detaillierter Kostenvoranschlag erstellt und Finanzierungsmöglichkeiten bedacht worden. Für die Renovierung der drei Schulgebäude (Reparatur der Dächer und Decken-, Mauer- und Malerarbeiten) werden insgesamt ca. 33 TEUR benötigt, für ein einzelnes zwischen 8 und 15 TEUR. Dieser Finanzbedarf übersteigt unser aktuelles Spendenaufkommen. Wir möchten aber gerne zur Renovierung der Schule beitragen und zumindest die Renovierung eines Schulgebäudes ermöglichen. So werden wir alle Möglichkeiten nutzen, um neue Unterstützung für CRAN zu gewinnen.

Wir tun dies, weil wir den Nutzen der Schule für den Ort und die Kinder erleben und diese Möglichkeit den jetzigen und künftigen Schülern erhalten möchten. Auch wenn wir mehr Verantwortung von der Dorfgemeinschaft erwarten, möchten wir selbst als verlässlicher Partner wahrgenommen werden. Welche Vorgehensweise unter dem Gesichtspunkt der Eigenverantwortung aber am sinnvollsten ist und eingeschlagen wird, bestimmt konkret CRAN vor Ort.

So hat CRAN in den letzten Monaten zahlreiche Gespräche mit den beteiligten Parteien über die Verantwortung für die Schule geführt, leider erfolglos. Die Dorfgemeinschaft hat sich bisher gescheut, mehr Verantwortung für die Schule und die anstehenden Arbeiten zu übernehmen. Das CRAN Board hat in seiner Januarsitzung aber deutliche Ziele für die Zukunft und die Renovierung gesetzt:

  • Langfristiges Ziel ist der Rückzug von CRAN aus der Verantwortung der Schule, die die Dorfgemeinschaft übernehmen soll. Dies bedeutet auch die Unabhängigkeit von einer Unterstützung durch den Freundeskreis.
  • Eine Unterstützung der aktuell notwendigen Renovierungsarbeiten ist nur sinnvoll, wenn gleichzeitig Maßnahmen zur Veränderung der Einstellung der Dorfgemeinschaft ergriffen werden und diese ihren Beitrag zu den Arbeiten leistet.
  • Eine Unterstützung durch den Freundeskreis ist als eine Unterstützung der Eigenleistung des Dorfes zu sehen.

Um dies zu erreichen, sind konkrete Maßnahmen verabredet worden:

  • Einige Board-Mitglieder werden erneut ein Treffen mit der Schulleitung, den Schulbehörden und der Dorfgemeinschaft anstossen, um den Prozess zum Umdenken voranzutreiben.
  • Einige Studierende, die früher die Schule besucht haben, sollen im Dorf über den Nutzen der Schule berichten.
  • CRAN wird die Dorfgemeinschaft in der Beschaffung von Mitteln für die Renovierung beraten.

Wir sind auf die weitere Entwicklung sehr gespannt!

 

Zuletzt noch einige praktische Hinweise:

Die Spendenbescheinigungen für 2012 werden voraussichtlich bis Ende Februar zugestellt werden. Falls sich bei jemandem die Anschrift im letzten Jahr verändert hat und wir noch keine Mitteilung erhalten haben, wäre es gut, wenn wir dies vor dem Versand erfahren.

Die jährlichen Berichte über die Entwicklung der Kinder im CESS-Programm werden derzeit in Ghana erstellt. Sobald uns diese vorliegen, werden wir sie umgehend an die jeweiligen Paten weiterleiten.

Ein Großteil der Spendeneingänge erfolgt inzwischen auf dem Konto bei der KD-Bank. Zur Vereinfachung der Verwaltungsarbeit bitten wir alle, die noch das alte Sparkassenkonto verwenden, auch um eine Umstellung der Überweisung auf das KD-Konto.

 

Enden möchte ich aber nicht mit diesen Hinweisen, sondern lieber mit einem Text, den ich im Fastenbrevier 2013 von Misereor (16.02.13) gefunden habe:

Begriffe haben immer mit Macht zu tun. Was für eine Rolle sie spielen, wie lange sie gebraucht und wann sie wieder vergessen werden, entscheidet die Macht. Wenn eine politische Macht einen Begriff nicht mehr braucht, um sich zu konstituieren, um sich zu bestätigen, dann verschwindet er.

Barmherzigkeit ist so ein Begriff. Auf ihm lässt sich keine Wahlkampagne aufbauen, geschweige denn gewinnen. Man kann ihn nicht so abstrakt behandeln wie andere Begriffe, weil er etwas absolut Konkretes verkörpert.

Die Barmherzigkeit kann nie eine Gesellschaft charakterisieren, sie ist ein Privileg des Individuums. Eine Gesellschaft kann sozial, solidarisch und vieles andere sein, aber niemals barmherzig. Solidarität hat oft mit ideologischen Anschauungen zu tun, die Barmherzigkeit dagegen steht jenseits der Ideologie. Solidarisch sein mit jemandem heißt einen

Dritten ausschließen (zum Beispiel den Aggressor). Bei ihr ist kein Ausschlussverfahren möglich. Sie steht jedem zu.

(Dimitré Dinev, III, 9f.)

In dem Sinne wünsche ich uns allen, dass jede(r) von uns in der vor uns liegenden Zeit Barmherzigkeit erfährt und Barmherzigkeit schenken kann.

Herzliche Grüße im Namen des gesamten Vorstands,

Gerd Eibach

 

Zu guter Letzt aus aktuellem Anlass:

Der CRAN Freundeskreis ist auch Mitglied von erlassjahr.de. Die Kampagne wirbt für ein internationales Insolvenzrecht für Staaten und einen Schuldenerlass für überschuldete Länder. Auch Deutschland hat in der Vergangenheit von einem Schuldenerlass profitiert und zwar 1953. Dieses Ereignis jährt sich am 27. Februar und ist ein Grund zur Erinnerung. Wer mehr dazu lesen möchte, der findet unter erlassjahr.de ausführliche Informationen.

Link zur Broschüre:

http://www.erlassjahr.de/cms/upload/2013/london/Broschre_60_Jahre_London_web.pdf

Ghana in den Medien: Berichte der ARD aus dem letzten Jahr

 

Geräuschloser Machtwechsel

Typisch Ghana (Von Hendrik Buhrs, ARD-Hörfunkstudio Nordwestafrika vom 08.08.2012)

Opposition moniert Unregelmäßigkeiten

Amtsinhaber Mahama gewinnt Wahl in Ghana (vom 10.12.2012)

 

 

 

Einige Erfolgsgeschichten verschiedener CRAN-Aktivitäten in der Volta-Region

Volta-Region Erfolgsgeschichten

Im Jahr 2013 feiert CRAN sein zwanzigjähriges Bestehen. Im Laufe der Jahre setzte CRAN viele Ressourcen dafür ein, um die Lebensbedingungen und Entwicklungschancen der armen Landbevölkerung innerhalb und im Umkreis der Gemeinde Hohoe in der Volta Region zu verbessern. Konkret geschah dies durch Maßnahmen wie das Entwicklungsprogramm für das dörfliche Kleingewerbe (Village Enterprise Development Promotion Program, VEDPP), das Agumatsa Afadjato – Projekt zum Erhalt des gemeindlichen Waldbestandes (Agumatsa Afadjato Community Forest Conservation Project, AACFCP), Programme zur Förderung des Maniok- und des Reissektors (Cassava Adding Value for Africa, C:AVA; Rice Sector Support Project, RSSP) oder durch den Auf- und Ausbau des Mikrofinanzwesens. CRAN hatte eine Vielzahl von Herausforderungen zu meistern, nicht anders als dies für andere Nichtregierungsorganisationen der Fall ist, die im Land arbeiten. Doch dank Gottes Hilfe und durch die Hingabe und das große Engagement seiner Mitarbeiter kann CRAN heute auf eine bemerkenswerte Entwicklung zurückblicken.

Im Folgenden werden einige Erfolgsgeschichten verschiedener CRAN-Aktivitäten vorgestellt.

Maniok-Anbau und Verarbeitung: die AMENUVEVE-Gruppe

Der Amenuveve-Gruppe gehört ein Kreis von etwa 12 Frauen und fünf Männern an, die bei Attakrom im Jasikan-Distrikt Maniok anbauen und verarbeiten. Im Rahmen der CRAN-Aktivitäten zur Entwicklung des Maniok-Gewerbes (C:AVA wie auch VEDPP) trat die Gruppe im Jahr 2010 an CRAN heran, um die Qualität ihrer Produkte verbessern und ihr Gewerbe erweitern zu können. Zu diesem Zeitpunkt stand ihr nur eine beschädigte Kornmühle zur Verfügung, so dass die Gruppenmitglieder weite Wege zu Fuß zurücklegen mussten, um ihr Korn mahlen oder den Maniok zerkleinern zu lassen.

Um den Erwerb einer Getreidemühle und einer Maniok-Mahlanlage zu finanzieren, unterstützte CRAN die Amenuveve-Gruppe mit einem Kredit von 1.279 GH₵ zu einem Pauschalzins von 10 Prozent. Durch die damit ermöglichten Einkommenssteigerungen konnte die Gruppe inzwischen nicht nur Kreditsumme plus Zinsen zu 98% (1.379 GH₵) zurückzahlen, sondern auch einen Mitarbeiter für den Betrieb der Anlage einstellen und ihre laufenden Krankenversicherungen finanzieren. Auch die Kinder können nun besser versorgt werden. Im November 2012 fand die feierliche Übergabe der Anlage von CRAN an die Amenuveve-Gruppe statt, an der die Einwohner von Attakrom, der Ortsvorsteher und die Ältesten teilnahmen. Alle äußerten ihre große Wertschätzung für CRAN’s Unterstützung, da die Anlage dem Ort sehr gute Dienste leiste.

Die Unternehmerinnen der ANDICO COMPANY LIMITED

Die AndicoCompany umfasst etwa 50 Frauen, von denen die meisten Witwen und alleinstehende Mütter sind. Sie haben sich zu einer produktiven Unternehmung zusammengeschlossen, um gemeinsam für sich und ihre Familien zu sorgen. In Agate im Distrikt Hohoe South in der Volta-Region stellen die Frauen verschiedene Produkte her, darunter Maniok-Mehl und Maniok-Teig, Kekse und weitere Produkte. Die Verfügbarkeit von Kapital und Rohstoffen ist die zentrale Herausforderung für die Geschäftstätigkeit der Frauen. Die Andico Company nimmt auch am C:AVA-Programm teil.

CRAN baute im Rahmen des C:AVA-Programms auf einem Farmgrundstück bei Teikrom im Jahr 2011 auf zwei Acres (ca. 0,8 Hektar) Maniok mit einigen der verbesserten Saatgutvarianten an (wie Bankyehemaa, Nkabom, Sika), um die kontinuierliche Zufuhr von Pflanzgut und die Verfügbarkeit von Rohstoffen für den Erfolg des C:AVA-Projekts zu gewährleisten. Diese Farm bewahrte die Andico Company vor dem Kollaps: Im Oktober 2012 benötigten die Frauen dringend Maniokwurzeln, um Maniok-Mehl für einen größeren Kundenauftrag (Edwin Wood Processing Ltd in Jasikan) herzustellen. Also wendeten sie sich an CRAN: Sie verlagerten ihre gesamten Mitarbeiter und Produktionsmittel auf die Farm, um mit den nun verfügbaren Rohstoffen etwa 70kg Maniok-Mehl zu produzieren. Damit konnte sie den Kundenbedarf befriedigen, ihr Darlehen an CRAN Microfinance zurückzahlen und einen Gewinn von 2.800 GH₵ erwirtschaften. Die Frauen sind weiterhin erfolgreich im Gewerbe tätig.

Reisanbau: die WOFABENG-Gruppe

MadamGeorginaBoafoist Mitglied derWofabeng-Gruppe von Reisbauern in Guaman im Jasikan-Distrikt. Die Gruppe gehört zu den Begünstigten des Programms zur Förderung des Reissektors (RSSP), für das CRAN seine Dienste zur Verfügung stellt, um Reisbauern-Gruppen zu fördern und auszubauen. Madam Georgina Baofo, eine 52-jährige Witwe und Mutter dreier Töchter, ist ein bemerkenswertes Mitglied der Wofabeng-Gruppe. Durch harte Arbeit im Reisgeschäft gelang es ihr, die finanziellen und materiellen Bedarfe für die Ausbildung ihrer Töchter bereit zu stellen. Ihre älteste Tochter Joyce ist etwa 22 Jahre alt und inzwischen in ihrem Abschlussjahr am St. Francis Training College in Hohoe, die zweitälteste Akua absolviert ihr drittes Jahr an der Senior High School und die Jüngste, Dora, ist im zweiten Jahr an der Junior High School eingeschrieben.

Auch dank der CRAN-Trainingskurse im Rahmen des RSSP ist Madam Baofo zu einem Vorbild für andere Frauen in ihrer Dorfgemeinschaft geworden. Zudem stellt sie sich zur Verfügung, um in CRAN’s wöchentlichem Radioprogramm ihre Erfahrungen mit anderen Frauen zu teilen.

Über 1.549 Begünstigte, davon 51% Frauen, haben an RSSP-Trainings in den Distrikten Hohoe, Kadjebi und Jasikan teilgenommen. Die meisten sind als Kleinbäuerinnen und -bauern, in der Weiterverarbeitung und als Händlerinnen und Händler von Vor- oder Endprodukten entlang der Wertschöpfungskette im Reissektor tätig. Ziel des Programms ist es, die Reisproduktion zu steigern, sei es durch die Erschließung und Entwicklung von Anbauflächen oder die Einführung verbesserter Reissorten. Damit soll die Armut der Menschen entlang der Wertschöpfungskette reduziert und dem Gewerbe in der Volta-Region zur Blüte verholfen werden. Die französische Entwicklungsagentur AFD und die ghanaische Regierung stellen die finanziellen Ressourcen zur Verfügung. Weitere Stakeholder sind das ghanaische Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Forschungsinstitute zur Erforschung von Anbaupflanzen und Nahrungsmitteln, der ghanaische Reis-Fachverband, die Abteilung für non-formale Bildung im ghanaischen Bildungsministerium und verschiedene NGOs.

Victoria Sumily von der AMENUVEVE-Händlergemeinschaft

Im Rahmen des Projekts zum Erhalt des gemeindlichen Waldbestandes (AACFCP) stellte CRAN der Amenuveve-Händlergemeinschaft Mikrokredite in Gesamthöhe von rund 9.000 GH₵ zur Verfügung. Der Gemeinschaft gehören etwa sechs Frauen und zwei Männer an, die als Kleinhändlerinnen und -händler in Gbledi Chebi nahe des Afadjato Bergs in der Gemeinde Hohoe arbeiten. Ziel des Projekts war es, alternative Einkommensquellen für die Gemeinde zu erschließen, damit diese nicht auf den Abbau des Waldbestandes zurückgreifen muss. Etwa zehn Gruppen wurden unterstützt, und die Amenuveve-Händlergemeinschaft stach positiv heraus: Sie konnte eine 100-prozentige Rückzahlquote für alle Kredite vorweisen, die sie in Anspruch genommen hatte (etwa vier Kreditzyklen à sechs Monaten).

Besonders hervorzuheben ist Victoria Sumily, die Leiterin der Gruppe. Sie ist 27 Jahre alt und Mutter von drei Kindern. Vor etwa fünf Jahren schloss sie die Senior High School ab. Da ihr die finanzielle Unterstützung fehlte, konnte sie ihre Ausbildung nicht fortsetzen, obwohl sie exzellente Leistungen erbrachte. Als dann der Vater der Kinder sie verließ, um nach Accra zu gehen, entschied sie sich dazu, als Händlerin zu arbeiten, um ihre Kinder versorgen zu können. Sie schloss sich CRAN’s AACFCP-Projekt an und wurde aufgrund ihres großen Engagements und ihres inspirierenden Wesens von den Mitgliedern ihrer Gruppe als Vorsitzende gewählt. Mithilfe der Darlehen, die sieerhielt, konnte sie die Utensilien für ihr Palmölgeschäft erwerben, und durch das Geschäft konnte sie schließlich ein Stück Land kaufen und hat mit dem Bau eines Gebäudes begonnen. Als ob das nicht genug wäre, besuchte sie zudem noch eine Schule zur Ausbildung als Lehrerin.

Chili-Bauern

Etwa zehn Chili-Bauern in Nkoya Bumbula im Biakoye-Distrikt wurden mit rund 6.000 GH₵ unterstützt, um sich in der Produktion von Chilipfeffer zu engagieren und Ausrüstung und Pumpen zu erwerben. Der Ernteertrag war zunächst gut und die Bauern damit sehr zufrieden. Allerdings hatten sie keinen unmittelbaren Zugang zu Absatzmärkten und CRAN half ihnen, einen Marktzugang von Accra zu erhalten. Da die Käufer sie jedoch nicht unmittelbar bei Erhalt der Ware auszahlen konnten, wirkte dies entmutigend auf die Farmer. Sie konnten sich weniger um ihre Farmen kümmern und dies führte zu deutlich schlechteren Ernten und dementsprechend schlechten Rückzahlquoten. Dessen ungeachtet ist Potential für das Chili-Gewerbe nach wie vor vorhanden, da eine hohe Nachfrage aus dem Ausland besteht.

Aktuelles Projekt „Renovierung der Schule in Abakam“

Die Schule in Abakam ist eines der ersten Projekte von CRAN und in den neunziger Jahren klassenweise entstanden. Ca. 320 Schüler/innen können dadurch die neunjährige Basisschulbildung absolvieren.

Inzwischen stehen – verstärkt durch die Flutschäden im Jahre 2009 – dringende Renovierungsarbeiten an. So ist ein ordentlicher Unterricht in der Regenzeit insbesondere durch die Dachschäden in einigen Räumen nicht mehr möglich. Da sowohl die staatlichen Stellen als auch die Dorfgemeinschaft nicht die notwendigen Mittel bereitstellen können, soll die Renovierung durch den CRAN Freundeskreis unterstützt werden. Im besten Fall kann die Renovierung bis zum Beginn der nächsten Regenzeit im Mai abgeschlossen sein. Für die Renovierung der drei Schulgebäude werden insgesamt ca. 33 TEUR benötigt, für ein einzelnes Gebäude zwischen 8 und 15 TEUR.

Wer dieses Projekt unterstützen möchte, kann dies mit einer Überweisung auf das Vereinskonto 1014403015 bei der KD-Bank Dortmund (BLZ 350 601 90) mit dem Vermerk „Abakam“ tun. Spendenbescheinigungen werden automatisch zum Jahresbeginn versendet, wenn die Anschrift vorliegt.

CRAN-Rundbrief Nr. 60, September 2012

Rundbrief Nr. 60, September 2012

Liebe CRAN-Freunde,

die Ferienzeit und damit für viele verbunden die Reisezeit liegt hinter uns. Auch die Reise von Michael Junk und mir nach Ghana liegt jetzt schon einige Monate zurück. Die Eindrücke unserer Reise werden den Brief maßgeblich bestimmen, es gibt viel zu erzählen. Der Austausch über die Reise – verbunden mit weiteren Fotos – wird auch im Mittelpunkt des diesjährigen Jahrestreffens am 03.11. stehen. Alle notwendigen Informationen sind am Ende des Briefs zu finden.

Wir haben mit der Reise mit zwei Gewohnheiten gebrochen: keine Reise in der Regenzeit und nicht unter zwei Wochen. Die Regenzeit hat die Reise nur wenig behindert, sondern ganz neue Einblicke verschafft. Und die Reisedauer war auch kein Nachteil: In den anderthalb Wochen haben wir eine Menge erlebt und viele Eindrücke mitgenommen. Insbesondere die persönlichen Begegnungen mit CRAN-Mitarbeitern oder Menschen, die von CRAN profitieren, waren sehr eindrücklich.
Zunächst hat die Reise geholfen, die Beziehungen zueinander aufzufrischen und insbesondere die neuen Mitarbeiter kennenzulernen. Das Zusammenspiel von CRAN in Ghana und in Deutschland lebt zuallererst von diesen Beziehungen und von dem gegenseitigen Vertrauen. Und in der Atmosphäre des Vertrauens können wir unsere unterschiedlichen Begabungen einbringen und gemeinsam versuchen, nachhaltige Verbesserungen für die Menschen in Ghana zu erreichen.
Gleichzeitig haben wir während unserer Reise den Bedarf für weitere Unterstützung gesehen. Dies hat uns in der letzten Zeit als Vorstand intensiv beschäftigt, so dass dieser Brief etwas warten musste.

Aber jetzt zu unserer Reise. Wir haben an verschiedenen Stellen erlebt, wie die Angebote von CRAN das Leben von Menschen verändert:

So haben wir Ayaa Efua Esoun (die am Freitag geborene siebte Tochter) kennengelernt, die von den CRAN-Kleinkrediten profitiert. Sie ist die Seketärin einer achtköpfigen PettyTrader Union (Kleinhandelsgenossenschaft) aus dem Fanti-Dorf Eguafa und erlebt ein typisches Frauenschicksal: Sie wird im Dorf jung verheiratet, bekommt 3 Kinder, wird dann von ihrem Mann mit den Kindern sitzengelassen und muss zusehen, wie sie die Kinder durchbringt. Sie hat sich mit 7 weiteren Frauen zu einer kleinen Genossenschaft zusammen getan, um von CRAN-Microfinance einen Kleinkredit zu erhalten (Startkredit 70 Cedis, ca. 30 €).

Die Frauen nutzen die Kreditsumme als Investitionskapital, um von anderen Farmen im Dorf Waren zu kaufen und diese dann mit entsprechendem Gewinn auf den Märkten der Umgebung zu verkaufen. Ayaa Efua Esoun ist die Verkäuferin der Gruppe. Man merkt der jungen Frau ihre Energie und Lebensfreude an und kann sich gut vorstellen, wie es ihr Freude macht, ihren Stand auf dem Markt mit den Waren, die sie durch den Kredit erworben hat, deutlich zu vergrößern und so auch einen deutlich größeren Gewinn zu machen. Der Verkaufserlös wird dann – nach Abzug der Transportkosten und der Rückzahlungsrate – an alle Frauen der Genossenschaft verteilt bzw. als Investitionskapital für die nächste Fahrt zum Markt genutzt. Bevor die Frauen den Kredit erhalten haben, sind sie von einem CRAN-Mitarbeiter während der Ansparphase geschult worden. Nach erfolgreicher Rückzahlung des Anfangskredits vergibt CRAN dann weitere, sich langsam steigernde Anschlusskredite.

Mit dem Leiter von Microinsurance (Kleinversicherungen) sind wir in zwei Dörfer gefahren, um konkret zu erleben, wie dieser Arbeitszweig von CRAN Menschen weiterhilft:

Der Hauptgrund für den Ausfall der Rückzahlung eines Kredits ist die Erkrankung bzw. der Tod des Versicherungsnehmers. Dieses Analyseergebnis hat CRAN dazu bewogen neue Kredite nur noch mit einer Kreditausfallverversicherung zu vergeben. Diese übernimmt im Falle des Falles die Rückzahlung des Kredites an CRAN. Doch davon profitiert nur CRAN, nicht aber die Kreditnehmer. Da die medizinische Versorgung im Krankheitsfall bzw. die Beerdigung im Todesfall oft sehr hohe Kosten verursachen, kommen viele Familien in eine Schuldenfalle. Inzwischen ist der Staat dabei ein Krankenversicherungssystem aufzubauen. Doch im Todesfall sind die Familien weiter allein.

Hier hat CRAN eine Todesfallversicherung für den Versicherungsnehmer und seinen Partner entwickelt. Bei einer Versicherungsprämie von 25 Cedis (ca. 10 €) pro Jahr bekommt der Versicherungsnehmer bzw. sein Partner im Todesfall 300 Cedis (bzw. 500 bei 50 Cedis Prämie). Bei unserem Besuch konnten wir die Geldübergabe in 2 Fällen miterleben. Die Auszahlung erfolgte nicht wie bei uns in Deutschland mit einer Überweisung, sondern es erfolgte eine offizielle Übergabe durch den Leiter von Microinsurance in Anwesenheit der gesamten Gruppe der Kreditnehmerinnen und deren Betreuer von Microfinance (und der deutschen Gäste). Wir konnten erleben,wie die betroffenen Frauen sich geehrt fühlten und über die Hilfe sehr erfreut waren.

Für uns in Deutschland ist es selbstverständlich, dass wir uns gegen die großen Risiken des Lebens versichern. Für viele einfache Menschen auf den Dörfern in Ghana ist dies eine neue Idee, die erst mal verstanden werden muss. Dass man eine begrenzte Geld­summe einzahlt, um im Falle eines Falles eine relativ große Summe zu erhalten, ist für viele neu. Hier gibt es zunächst große Vorbehalte. Erst wenn dann der Versicherungsfall eintritt und die Versicherungssumme gezahlt wird, beginnen viele Menschen zu verste­hen, dass eine Versicherung eine gute Sache sein kann.
So müssen die Mitarbeiter von CRAN immer wieder erklären, wie das Versicherungssystem funktioniert, und solche Übergaben sind eine gute Hilfe zum Verstehen!

Der Besuch der CRAN-Schulen in Shama-Kedzi und in Abakam stand im Vordergrund unserer Ausflüge:

In Abakam, einem unserer ersten Projektorte, an denen in den 90er Jahren die Schule aufgebaut wurde, mussten wir leider feststellen, dass notwendige Reparaturen immer noch unterblieben sind. So sind manche Räume in der Regenzeit nicht nutzbar. Die Schulleitung weist an verschiedenen Stellen auf die Mängel hin, hat aber keine Möglichkeiten, deren Beseitigung einzufordern. Und Hausmeister gibt es an den Schulen nicht, die sich um direkte Abhilfe bemühen. Die überörtlichen Stellen stellen keine ausreichenden Mittel zur Verfügung und die Dorfgemeinschaft hat ebenso nur wenige Mittel, da die wirtschaftliche Situation des Dorfes sich verschlechtert hat.
So wird nach wie vor gehofft, dass CRAN unterstützt – auch wenn CRAN offiziell die Verantwortung abgegeben hat. Wir haben unseren Besuch zu einem offiziellen Treffen mit den Verantwortlichen im Dorf genutzt und die Übernahme von Verantwortung angemahnt. Schließlich ist es die Schule des Dorfes! Die Schule hat im Ort viel Nutzen gestiftet und es ist als Beispiel ein Erfolg, wenn wir nebenbei erzählt bekommen, dass ein ehemaliger Schüler inzwischen Lehrer im Nachbardorf ist. Auch wenn die Instandhaltung nicht gut läuft, haben viele Kinder eine Ausbildung und damit eine Chance für ihre Zukunft erhalten. Wir warten derzeit auf die Ergebnisse der Gespräche zwischen CRAN und der Dorfgemeinschaft. Wenn das Dorf sich mit entsprechender Arbeitsleistung einbringt und mehr Verantwortung für die Schule übernimmt, können wir uns als CRAN Freundeskreis eine finanzielle Unterstützung vorstellen. Wir möchten gerne an den bekannten Standorten mit unserer Unterstützung fortfahren und hier dauerhafte Hilfe schaffen.
Sobald CRAN Ghana uns konkrete Angaben zum weiteren Vorgehen und zum Finanzierungskonzept weitergibt, werden wir darüber informieren.

Warum hat sich die wirtschaftliche Lage in den Dörfern verschlechtert?

Die Ewe-Flüchtlinge in den Dörfern um Cape-Coast, in denen CRAN seit vielen Jahren tätig ist, ernähren sich im Wesentlichen vom Fischfang. Durch die Überfischung der Meere durch die großen Hochseeflotten, die auch vor der Küste von Ghana herziehen, und durch den Klimawandel ist der Ertrag des Fischfangs drastisch eingebrochen. So können etliche Fischer in Abakam oder Shama-Kedzi inzwischen ihren Lebensunterhalt nicht mehr mit Fischen verdienen.

Die Schule in Shama-Kedzi läuft gut. Sie ist grundsätzlich in einem ordentlichen Zustand und die Lehrer sind sehr motiviert. Der Schulbesuch hat sich im Vergleich zu früher verbessert und auch die Leistungen sind besser geworden. Nach anfänglichen Belegungsproblemen sind die durch unsere Spenden errichteten Lehrerwohnungen (siehe Bild) voll belegt und sehr begehrt. Es werden weitere Wohnungen gewünscht, um gute Lehrer an die Schule in Shama-Kedzi zu binden und so die Unterrichtsqualität weiter zu verbessern.

Wir haben auf der Reise auch ein wenig mehr über die Ausstattung der Schulen erfahren. Naturwissenschaften werden eher theoretisch unterrichtet, die uns vertraute Ausstattung von Schulen mit entsprechenden Geräten und Materialien ist einfach nicht gegeben. Wir hatten einige Schulmaterialien und Spielgeräte mitgenommen, die gerne aufgenommen wurden. Insbesondere die Mathelehrer waren begeistert, als wir ein großes Geodreieck und einen Zirkel für die Tafel auspackten. Im Kindergarten von Duakor haben wir eine gute Erfahrung gemacht: Wir haben uns die Zeit genommen, die mitgebrachten Materialien auch vorzustellen. So haben wir einzelne Spiele wie Memory gemeinsam gespielt. Die Lehrerinnen haben dann entschieden, ob die Spiele eine Hilfe für die Gruppen sind, und sehr bewusst ausgesucht. Dieses gemeinsame Austesten haben wir überall durchgeführt und in Abakam war es ein großer Spass für die Schüler, als wir auf dem Schulhof mit den Lehrern die mitgebrachten Riesenfrisbees ausprobiert haben.

Das letzte neue Projekt in der Küstenregion war der Neubau der Schülerbibliothek in Musunkwa. Wir hatten die Möglichkeit, mit einigen Mitarbeitern die neue Bibliothek zu besichtigen. Es wurden zwei Computer installiert und der Buchbestand wird Stück für Stück aufgerüstet. CRAN-Mitarbeiter Edwin Asamoah (links auf dem Bild) als ehemaliger Bibliothekar unterweist die Lehrkräfte in der Führung der Biblothek und sorgt für die Zuständigkeiten. Gleichzeitig bringt er Ideen ein: So ist angedacht, die Leseaktivitäten der einzelnen Kinder zu dokumentieren, um die größten Verbesserungen mit Preisen zu honorieren, um die Kinder zum Lesen anzuspornen. Es hat sich beim Besuch gezeigt, dass es wichtig ist, dass CRAN den Betrieb der Bibliothek begleitet und seine Kenntnisse und Erfahrung einbringt, um dauerhaft eine gute Nutzung der Bibliothek sicherzustellen.

Die Arbeitsbereiche von CRAN haben sich mit der Zeit verändert. So sind die Ausbildungszentren in Liati-Wote und Duakor aufgrund mangelnder Bewerberzahlen inzwischen geschlossen worden. In Duakor wurde z.B. jungen Frauen das Schneiderhandwerk beigebracht. Doch sie fanden im Anschluss an ihre Ausbildung kaum Arbeit, weil inzwischen auch in Ghana die billigen Textilien aus Fernost die Märkte überfluten. So können weltwirtschaftliche Entwicklungen gute Ideen von CRAN torpedieren. Aber es hat sich auch gezeigt, dass die Ausbildung in einem normalen Betrieb – wenn es die Möglichkeit gibt – einfach als besserer Ausbildungsort bevorzugt wird, und nach einiger Zeit auch genug ausgebildete Arbeitskräfte für einen Beruf vorhanden sind (wieviele Tischler braucht ein Dorf?).

So werden die Gebäude des Ausbildungszentrums in Duakor inzwischen als Kirche genutzt und zwei CRAN-Erzieherinnen nutzen die Räumlichkeiten für eine Kindergartengruppe. Ihr Wunsch ist aber ein eigenes Kindergartengebäude, um dort einen besseren Rahmen für ihre Arbeit zu haben.

Aktuelles aus der Voltaregion

In der Voltaregion, die wir diesmal nicht besucht haben, ist CRAN in ein Projekt des Landwirtschaftsministeriums in Zusammenarbeit mit der französischen Entwicklungsagentur involviert. Mehrere Nichtregierungsorganisationen sind ausgewählt worden, um den Reisanbau in 19 Orten in verschiedenen Regionen des Landes auszubauen. CRAN gründet sowohl Gruppen für den Anbau als auch für die Weiterverarbeitung und die Vermarktung von Reis und schult diese in landwirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen.

Bisher haben wir nur von dem neuen Bürogebäude für CRAN gehört und Modelle gesehen. Jetzt konnten wir uns direkt auf der Baustelle ein aktuelles Bild verschaffen.

Die Renovierungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Der geplante Umzug musste verschoben werden, da diese umfangreicher als geplant gewesen sind. Aber wir haben einen guten Eindruck von dem neuen Gebäude gewonnen. Es ist zweckmäßig mit vernünftigen Räumlichkeiten für die Mitarbeiter und für Meetings geplant worden und stellt somit eine deutliche Verbesserung gegenüber dem jetzigen Büroräumen dar. Durch eigene Generatoren plant man auch, unabhängig von Stromausfällen arbeiten zu können, was bisher nicht gegeben war.

Ein neuer Umzugstermin ist noch nicht festgelegt worden, da CRAN momentan nicht über genug eigene Mittel verfügt, um hier zügig zum Abschluß zu kommen. Eine Kreditaufnahme kommt aber aufgrund der hohen Zinssätze in Ghana (ca. 20 %) nicht in Frage.

Wir überlegen gemeinsam mit CRAN alternative Finanzierungsmodelle, um den Umzug zu beschleunigen.

Was haben wir am Ende von der Reise mitgenommen?

  • CRAN hat über die Jahre viel erreicht. Wir treffen immer wieder auf Menschen, denen CRAN eine bessere Zukunft ermöglicht hat.

  • Wir sind beeindruckt von dem Einsatz einzelner Mitarbeiter, die teilweise bewusst auf bessere Arbeitsplätze verzichten, weil sie bei CRAN ihre Begabungen einbringen können, um anderen zu helfen.

  • Es gibt an vielen Stellen Handlungsbedarf und wir warten auf konkrete Anforderungen aus Ghana.

  • Aber es gilt immer wieder auch darauf zu achten, dass die Projekte langfristig Bestand haben bzw. an die aktuellen Erfordernisse angepasst werden müssen. Hier möchten wir kritische Begleiter sein.

Jahrestreffen 2012

Anders als im letzten Rundbrief angekündigt findet das Jahrestreffen (inkl. Mitgliederversammlung) eine Woche später statt, zu dem wir alle Mitglieder und Freunde von CRAN herzlich einladen. Das Treffen findet am 03.11.2012 von 10 bis 16 Uhr statt und zwar in der

Freien evangelischen Gemeinde Rhein-Sieg
Buschberg 5, 53757 Sankt Augustin-Buisdorf

Eine Wegbeschreibung ist unter http://www.feg-rhein-sieg.de/anfahrtskizze.39.de.html zu finden, ein Abholdienst vom ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn ist möglich. Zur besseren Vorbereitung des Tages bitte ich um eine kurze Benachrichtigung von allen, die kommen möchten.

Im Mittelpunkt des Treffens wird der Austausch über den Besuch von Michael Junk und mir bei CRAN Ghana im Juni diesen Jahres und die Bedeutung für unsere Vereinsarbeit stehen. Dort werden auch noch mehr Fotos gezeigt werden können.
Eine allgemeine Vorstellung der Arbeit von CRAN wird im Anschluss an das Treffen um 16.30 Uhr (bis ca. 18 Uhr) angeboten. Die Vorstellung ist insbesondere für interessierte Menschen aus der Umgebung gedacht, die bisher nur wenig über CRAN wissen und sich einen ersten Eindruck von der Arbeit verschaffen möchten.

Ich freue mich darauf, die eine oder den anderen von Ihnen/Euch bei dem Treffen begrüßen zu können.

Herzliche Grüße im Namen des gesamten Vorstands,
Gerd Eibach

CRAN-Rundbrief Nr. 59, Februar 2012

Rundbrief 59, Februar 2012

Liebe CRAN-Freunde, ich möchte Sie / Euch alle recht herzlich mit der Jahreslosung für das schon nicht mehr ganz so neue Jahr grüßen:

„Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“    (2. Korintherbrief 12,9)

Gott ist auf der Seite der Schwachen, auf der Seite derjenigen, die mit ihren Möglichkeiten am Ende sind, die chancenlos sind. Bei diesen Menschen will Gott eingreifen, seine Macht zeigen und scheinbar Unmögliches möglich machen. So ist der Vers ein Wort der Hoffnung, ein Wort, mit dem man sich auf den Weg begeben kann. Ein Vers für die Arbeit von CRAN für dieses Jahr, ebenso für uns im Verein, wenn wir immer wieder unsere Begrenztheit bemerken, und für uns alle in unserem Alltag. Ich wünsche uns allen, dass wir gute Erfahrungen mit diesem Wort in dem neuen Jahr machen.

Unter diesem Vorzeichen möchte ich Ihnen/Euch von der Arbeit von CRAN und des Freundeskreises berichten:

RADIO HERITAGE 103,7 Fm

Bei meinem Besuch in Hohoe 2010 lief der Sender gerade im Testbetrieb. Der formale Betriebsstart erfolgte dann im September 2010. Für den Sender arbeiten heute 20 Mitarbeiter, sowohl normale Angestellte als auch freiwillige Helfer. Die Reichweite des Senders beträgt ungefähr einen Umkreis von 30 Kilometern von Hohoe. Die Programme werden in drei Sprachen ausgestrahlt (Englisch, Ewe und Akan) und decken eine Vielzahl von Themen ab: Erziehung, Gesundheit, Tourismus, Kultur, Landwirtschaft, Politik, Jugend und aktuelle Nachrichten. Die wichtigsten in- und ausländischen Nachrichten werden der Radiostation Citi Fm, übernommen, die in Accra ansässig ist. Das örtliche CRAN-Büro hat sich bei den Bildungsprogrammen und im Marketing eingebracht.

MUSUNKWA Gemeinschaftsbibliothek

Im Mai des vergangenen Jahres ist die Bibliothek unter großer öffentlicher Anteilnahme offiziell eingeweiht worden. Über das Projekt wurde auch in einer der großen Zeitungen in Ghana berichtet. Die Trinity United Reformed Church (Wimbledon, England), die das Projekt gesponsert hat, hat im Dezember CRAN die letzten ausstehenden Mittel zur Verfügung gestellt, um die Bibliothek mit den passenden landesüblichen Büchern auszustatten.

Das Social Department von CRAN wird sich darum kümmern, damit die 312 Schüler vom Kindergarten bis zur Junior High School bald das volle Lesevergnügen haben. Damit ist die Bibliothek voll einsatzfähig. Das Dorf sowie das Gebäude wurde auch an das nationale Stromnetz angeschlossen, so dass auch Computer – wenn verfügbar – eingesetzt werden können.

Guter Nebeneffekt: In der lokalen Presse wurde im Zusammenhang mit der Eröffnung auch über den schlechten Zustand der Schulgebäude berichtet. Daraufhin ist eine Spende von 600 Zementtüten von einer einheimischen Zementfabrik für die Instandsetzung eingegangen!

Anbau von Chili-Pfeffer in der Volta-Region

Vor ca. zwei Jahren hat CRAN begonnen, den Anbau von Chili-Pfeffer in der Volta-Region zu fördern. Aufgrund der hohen Nachfrage, insbesondere für den Export, waren die Aussichten gut, hier neue Einkommensmöglichkeiten zu schaffen. Inzwischen werden die Anbaugebiete ausgeweitet und die beteiligten Farmer beurteilen den Anbau als lohnenswert. Erste Ertragszahlen liegen vor, allerdings fehlt uns noch eine Bezugsgröße, um die Zahlen ausreichend bewerten zu können. Wir hoffen, in der nächsten Zeit noch genauere Infos zu erhalten, so dass wir hier ausführlicher berichten können.

Fortschritt beim neues CRAN-Bürogebäude

Das Gebäude wurde zwischenzeitlich rechtmäßig erworben. Ein Architekt hat das Gebäude für die Sanierung und die anschließenden Nutzung neu gestaltet. In dem zweistöckigen Gebäude wird es 11 Büros, einen Konferenzsaal, ein Archiv, eine Empfangshalle mit Rezeption geben. Handwerker haben mit den Arbeiten begonnen. Es wird erwartet, dass die Büroräume bis Juli 2012 bezugsfertig sein werden.

CRAN-Öffentlichkeitsarbeit

Die neue Abteilung mit zwei Mitarbeitern hat ihre Arbeit aufgenommen und wir bemerken Veränderungen:

Die neuen quartalsweisen Infoschreiben erscheinen in noch nicht ganz regelmäßigen Abständen, aber die vierte Ausgabe liegt nun vor und wird wie alle übrigen Ausgaben auch auf unserer Homepage veröffentlicht. Die Homepage von CRAN Ghana hat mittlerweile auch ein neues Aussehen erhalten. Zwar sind noch nicht alle Inhalte erstellt, aber es lohnt sich, die Seite einmal anzusehen (www.ghana.cran.org). Für CRAN Microfinance gibt es mit www.cranmicrofinance.org nun eine gesonderte Homepage.

Das Zusammenspiel mit dem Freundeskreis muss sich noch finden, aber wir haben hier jetzt zusätzliche Ansprechpersonen bei Fragen, was wir sehr begrüßen!

CRAN Energy Project

Das im Mai letzten Jahres in der Volta-Region gestartete CRAN Energy Project ist ausgeweitet worden. Mit dem Projekt sollen entlegene Dörfer Zugang zu solarbetriebenen Licht erhalten. Das Projekt wurde in Hohoe vom Energie-Minister offiziell gestartet und wird von der International Finance Cooperation der Weltbank unterstützt. Bis Januar 2012 sind 738 Einheiten verschiedener Kapazitäten in der Volta, Central und Western Region über Vertriebsstellen verteilt worden.

Aktuelles aus dem Verein

Auf der letzten Mitgliederversammlung ist der bisherige Vorstand unverändert wiedergewählt worden. Als erster Vorsitzender wird künftig Gerd Eibach den Verein vertreten und die Lücke, die durch den Tod von Hans Wallhäuser entstanden ist, ist zumindest formal geschlossen. Wir wissen aber, dass wir jemanden verloren haben, der sich ganz für CRAN eingesetzt hat und durch seine Besuche immer wieder auch für einen guten Austausch zwischen Ghana und Deutschland gesorgt hat. Wir hoffen, dass wir dies künftig auch leisen können, um über die Entwicklungen bei CRAN und in Ghana gut informieren können.

Das wichtigste Thema im letzten Jahr war für uns das CESS-Programm. Wir haben in der letzten Zeit immer wieder feststellen müssen, dass zu wenige Informationen über die Entwicklung der Kinder vorlagen. Es war immer gesichert, dass die CESS-Spenden im Sinne des Programms verwendet wurden – wie uns CRAN Ghana noch einmal explizit bestätigt hat -, aber vielleicht nicht immer genau für die benannten Kinder. Ursache für diese Unstimmigkeiten war unter anderem ein personeller Wechsel in der Zuständigkeit für das Programm. Wir sind in intensivem Kontakt mit den Geschwistern in Ghana, um hier künftig einen besseren Informationsfluss zu sichern. Auch in Ghana wurde die geplante Ausweitung des Programms gestoppt, um zunächst die organisatorischen Mängel abzustellen. Auf beiden Seiten besteht aber ein großes Interesse, das CESS-Programm weiterzuführen. So wird in Ghana momentan auch eine Broschüre mit den Lebensgeschichten von Kindern aus dem CESS-Programm erstellt, um wie vorgesehen Spender in Ghana, also vor Ort, zu gewinnen, um der wachsenden Zahl von Kindern in Not im Einzugsgebiet von CRAN zu begegnen und den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

Wie wir bereits zum Jahresende über unseren Emailverteiler informiert haben, hat der CRAN Freundeskreis ab sofort ein neues Vereinskonto. Wir haben uns zu diesem Schritt aus verschiedenen Gründen entschlossen:

  • Mit dem neuen Konto können wir die Verwaltungskosten deutlich senken, da künftig keine Gebühren für Einzahlungen mehr anfallen.
  • Die neue Bank ist den Umgang mit Kunden, die nicht vor Ort sind, gewohnt, und verfügt daher u.A. über ein gutes Internet-Banking. Daher können wir unsere Bankgeschäfte künftig besser von jedem Ort aus erledigen.
  • Die KD-Bank ist im kirchlichen Bereich zu Hause, eine Genossenschaftsbank und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Damit passt sie sehr gut zu den Zielen, die wir mit dem CRAN Freundeskreis verfolgen.

Von daher möchten wir alle Spender und Spenderinnen bitten, die Daueraufträge auf das neue Konto umzustellen bzw. bei Einzelspenden die neue Kontonummer zu verwenden.

Damit verbunden haben wir die Bitte, auch den Verwendungszweck anzugeben. Bei der Weiterleitung der Spenden nach Ghana wird zwischen den allgemeinen Spenden für CRAN und den Spenden für die Patenschaften im Rahmen des CESS-Programms unterschieden. Von daher ist für unsere Verbuchung ein Hinweis hilfreich, für welchen Verwendungszweck der Betrag vorgesehen ist. Hier reicht „CESS“ oder „allg. Spende“ als Stichwort.

Das alte Konto bleibt bis auf Weiteres bestehen, so dass alle Spenden für CRAN weiterhin auch bei uns eingehen.

In dem Zusammenhang ein aktueller Hinweis: Die Spendenbescheinigungen werden in Kürze gesondert verschickt.

Reisen nach Ghana

Im Juni werden Michael Junk und ich nach Ghana fliegen. Wir wollen die Zeit nutzen, um uns direkt vor Ort über die aktuellen Entwicklungen zu informieren und die persönlichen Kontakte zu pflegen. Gleichzeitig haben im Freundeskreis einige signalisiert, das sie Interesse an einem Besuch in Ghana haben, um das Land und die Arbeit von CRAN einmal direkt kennenzulernen. Daher werden wir in Ghana auch über die Durchführung einer Gruppenreise in 2013 reden. Wer grundsätzlich Interesse an dieser Reise hat, möchte sich bitte bei mir melden!

Jahrestreffen 2012 / Veranstaltungen

Der Termin und der Ort für das diesjährige Treffen liegen noch nicht fest, das Treffen wird aber wieder in der zweiten Jahreshälfte stattfinden. Damit können wir direkt von unserer Reise berichten. Unabhängig von dem Jahrestreffen stehen wir im Vorstand gerne zur Verfügung, wenn jemand in seinem Umfeld über CRAN berichten möchten. Wir freuen uns auf Einladungen.

Herzliche Grüße im Namen des gesamten Vorstands,
Gerd Eibach